Am Montagmorgen, kurz nach 8.15 Uhr, wurden in einem Mehrfamilienhaus an der Lingerizstrasse Schüsse abgefeuert. Die Kantonspolizei Solothurn löste Alarm aus. Sofort wurden mehrere Patrouillen und der Rettungsdienst vor Ort geschickt.

Mehrere Patrouillenfahrzeuge, zivile Fahrzeuge und der Rettungsdienst rasten in Richtung Tatort, wie einige Augenzeugen berichteten. Auch Fahrzeuge der Polizei Stadt Grenchen wurden im Quartier gesichtet. Was genau passiert war, wusste allerdings zu dem Zeitpunkt keiner der Befragten auf der Strasse.

War es der Ex-Freund?

Laut Leserreportern von «20 Minuten» soll im Treppenhaus auf die Wohnungstür einer jungen Ausländerin geschossen worden sein, die im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses wohnt. Ein Nachbar berichtete der Gratiszeitung gegenüber, es habe sich beim Schützen um den Ex-Freund der Frau gehandelt und er selber habe befürchtet, dass der Mann auch seine Freundin attackieren könnte und sie aufgefordert, sich zu verstecken.

Pistolenschüsse auf die Türe

Noch genauer schilderte eine Hörerin des Lokalsenders «Radio 32» die Tat: Gemäss ihren Beobachtungen sei ein Beziehungsstreit die Ursache der Schiesserei: Der Täter habe anscheinend seine Ex-Freundin zur Rede stellen wollen. Ihr neuer Freund habe sich ebenfalls in der Wohnung der Frau befunden. Zuerst wollte diese die Türe nicht öffnen. Als sich dann ihr neuer Freund daran machte, doch aufzuschliessen, schoss der Täter mit einer Pistole mehrmals auf die Wohnungstür.

Die Türe wurde von den Kugeln durchschlagen, zum Glück wurde aber niemand getroffen. Der neue Freund soll sich über den Balkon in Sicherheit gebracht haben. Als die junge Frau dann die Türe öffnete - wahrscheinlich um ihren Ex-Freund zu besänftigen - ging der Täter auf sie los und schlug sie mit dem Pistolengriff auf den Kopf. Anschliessend flüchtete er aus dem Haus.

Diese Aussagen der Hörerin wollte die Kantonspolizei Radio 32 gegenüber weder bestätigen noch dementieren. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, konkrete Angaben zur Täterschaft und zum Motiv zu geben.

Nachbarn leisteten erste Hilfe

Nachbarn sind dem Vernehmen nach der Frau zu Hilfe geeilt. Sie blutete über dem Auge und wurde zur Kontrolle ins Spital gebracht. Wie ein Augenzeuge gegenüber Grenchner Tagblatt/Solothurner Zeitung berichtete, wurde der flüchtige Mann kurz nach 9 Uhr in Handschellen von Kantonspolizisten abgeführt. Mehrere Polizisten befragten in der Folge Nachbarn und mögliche Augenzeugen.

Bis Redaktionsschluss wollte die Kantonspolizei keine Auskünfte zu der Ursache der Schiesserei oder zur Nationalität des Täters geben. Hergang und Umstände des Vorfalls seien nicht geklärt und Gegenstand der eingeleiteten Untersuchung, hiess es in einer Medienmitteilung. Es wurde lediglich bestätigt, dass es in der Liegenschaft zu einer Schussabgabe gekommen war, niemand durch die Schüsse verletzt wurde, jedoch eine Frau wegen einer Verletzung zur Kontrolle ins Spital gebracht wurde. Der geflüchtete Mann sei festgenommen worden.