Smartflyer

Etabliert sich Grenchen als europäisches Zentrum für Elektroflugzeuge?

Daniel Wenger vom Smartflyer Challenge (links) und Roland Bosch von der Aero Luftfahrtmesse besiegeln die Zusammenarbeit zwischen den beiden Anlässen in Grenchen und Friedrichshafen.

Anfang September findet auf dem Flughafen Grenchen die zweite Smartflyer Challenge statt. Das internationale Fly-in für Elektroflugzeuge hat mit Daniel Wenger einen neuen Teamchef. Zudem gibt es eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit der Aero Luftfahrtmesse in Friedrichshafen.

Im Moment läuft in Friedrichshafen die Aero, die europäische Messe für die Allgemeine Luftfahrt. Von Drohne und Modellflugzeug bis zum Geschäftsreisejet ist auf dem riesigen Messegelände alles zu sehen, was sich in der Luft bewegt. Die Messeorganisatoren in der Zeppelinstadt am Bodensee pflegen nicht nur die Historie der Luftfahrt, sondern setzen auch auf die Zukunft. Schon vor etlichen Jahren haben sie einen eigenen Ausstellungsbereich für die elektrisch angetriebene Mobilität in der Luft geschaffen.

Keine Konkurrenz

Als im vergangenen September die erste Smartflyer Challenge stattfand, besuchten auch die Macher der Aero den neuen Anlass am Flughafen Grenchen. Statt sich in eine Konkurrenzsituation zu begeben, suchte man die Zusammenarbeit. Der deutsche Aviatikjournalist Hellmut Penner, der sowohl mit den Organisatoren von Grenchen wie jenen von Friedrichshafen gute Beziehungen pflegt, fädelte die Vereinbarung ein.

«Bei uns in Friedrichshafen können die Elektroflugzeuge nur statisch am Boden gezeigt werden», sagt Roland Bosch, Projektleiter Aero und Mitglied der Geschäftsleitung der Messe Friedrichshafen. «In Grenchen aber werden sie in der Luft präsentiert, womit sich mit die beiden Anlässe ergänzen.» Auch der zeitliche Abstand von fast einem halben Jahr ist sowohl für die Hersteller der Flugzeuge wie auch für das Publikum ideal.

Daniel Wenger, der neue OK-Chef der Smartflyer Challenge, freut sich über die Zusammenarbeit mit der grossen europäischen Messe. So ist in der Halle A7 ein Stand eingerichtet, an dem für den Grenchner Anlass Werbung betrieben wird.

Wenger löste René Meier an der Spitze des Organisationsteams ab. Meier, der Grenchner Luftfahrtspezialist, ist aber im Hintergrund mit seinen hervorragenden internationalen Beziehungen weiterhin tatkräftig für den Smartflyer Challenge tätig. Daniel Wenger wohnt zusammen mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern in Thun und ist Pilot bei der Swiss sowie Fluglehrer bei der Flugschule Grenchen. Zudem arbeitet er beim Grenchner Start-up-Unternehmen Smartflyer mit, das ein vierplätziges Reiseflugzeug mit Hybridantrieb entwickelt (siehe Kasten).

Europäisches Zentrum

Für Daniel Wenger ist klar, dass sich Grenchen als europäisches Zentrum für Luftfahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb etablieren soll. Darum wurde bereits während der ersten Austragung das neue Datum festgelegt. Es ist nicht zu beweisen, aber wahrscheinlich sind weltweit noch nie so viele Elektroflugzeuge auf einem Flughafen zusammen geflogen, wie dies bei der ersten Smartflyer Challenge der Fall gewesen ist. Bereits gibt es ein grosses Interesse seitens der Firmen für die neue Ausgabe. Der Technologiekonzern Siemens, der sich beim Elektroflug in Forschung und Entwicklung vertieft engagiert, hat sein Kommen wiederum zugesagt.

Die zweite Austragung der Smartflyer Challenge ist für den 1. und 2. September 2018 vorgesehen. Damit ergibt sich eine terminliche Überschneidung mit dem Grenchner Fest, was durch den internationalen Charakter des Elektroflug-Anlasses nicht von Bedeutung ist. Die beiden Anlässe konkurrenzieren sich kaum.

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