Grenchen

Es haperte an der Buchführung: Velodrome muss 100'000 Franken nachzahlen

Rund lief es nicht zwischen der Stiftung Velodrome und der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Dies kostet die Velodrome-Stiftung über 100'000 Franken.

Ein Streit mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung kostet die Stiftung Velodrome viel Geld.

Eine ungenügende und unvollständige Buchführung kostet die Stiftung Velodrome Suisse in Grenchen Geld. Sie muss der eidgenössischen Steuerverwaltung nämlich rund 100'000 Franken Verzugszinsen bezahlen. Dies hat das Bundesgericht soeben entschieden. Hinzu kommen Gerichtsgebühren von mehr als 30'000 Franken.

Die Stiftung Velodrome Suisse war 2011 gegründet worden. Ihr gehört die gleichnamige Grenchner Sportstätte mit der bekannten Radrennbahn. Seit der Eröffnung im Juni 2013 vermietet die Stiftung die Halle an die eigentliche Betreiberin, die Velodrome AG (heute Tissot Velodrome).

Erstaunlich sind dabei Details, die die vorliegenden Gerichtsurteile verraten: So hat die Stiftung, die der erfolgreiche und erfahrene Unternehmer Andy Rihs gründete, monatelang keinen schriftlichen Mietvertrag mit der Velodrome-Betreiberin gehabt. Laut dem Bundesverwaltungsgericht war dieser 2013 nur mündlich geschlossen worden und wurde erst im Dezember 2014 verschriftlicht. Weitere Belege wurden aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts zu wenig klar ausgewiesen, weshalb es letztlich zu einer Steuernachforderung kam.

Doch zur Streitsache an sich: 2015 kam die Steuerverwaltung in Grenchen zur Kontrolle vorbei. Danach kam es zum Streit, wie die Mieteinnahmen der Stiftung zu versteuern sind.

Die Eidgenössische Steuerverwaltung verfügte schliesslich, dass die Stiftung 1,4 Mio. Franken im Bereich Mehrwertsteuern/Vorsteuerabzüge nun nachträglich begleichen müsse. Zwar dürfte die tatsächliche Steuerschuld viel tiefer als die 1,4 Mio. Franken liegen, ergaben sich 2016 doch wieder Abzugsmöglichkeiten in wohl ähnlicher Höhe. Trotzdem wurden vom Staat für die Jahre 2011 bis 2014 Verzugszinsen auf die ganzen 1,4 Mio. Franken verlangt, zum Ärger der Stiftung, die sich bis vor Bundesgericht – erfolglos – dagegen wehrte. Und nun noch happige Verfahrenskosten bezahlen muss.

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