Der runde Geburtstag der Kindertagesstätte Delfin wurde am Samstag mit einem Fest mit vielen Spielen und Attraktionen gefeiert. Prominenter Gast war Claudia Hänzi, Chefin des Amtes für soziale Sicherheit (ASO) und somit oberste Kita-Leiterin im Kanton. In ihrer Festansprache ging sie auf die Entwicklung der letzten Jahre ein.

Der Wille, Beruf und Familie vereinbaren zu können, habe den Bedarf an Kindertagesstätten in den letzten zehn Jahren stets ansteigen lassen, so Claudia Hänzi. «Es geht aber längst nicht mehr bloss darum, dass Mütter wieder arbeiten wollen», betonte sie. Das Interesse der Kinder ist in den Mittelpunkt gerückt, weiss Hänzi: «Kitas, die nur betreuen, können nicht mehr genug bieten!»

Wichtig sei, dass Kinder früh gefördert werden, und zwar von Personal mit Fachverstand. «Davon profitieren beispielsweise Kinder mit Migrationshintergrund», sagt die Schirmherrin aller Solothurner Kitas. «Sie erfahren die Kultur, lernen die Sprache und können ein Netzwerk mit anderen Familien aufbauen.» Der Kanton Solothurn gehörte mittlerweile zum guten Mittelfeld und müsse sich punkto Qualität und Angebot nicht mehr verstecken. Trotzdem: Für ganz kleine Kinder und für Randzeiten seien auch hier noch nicht genug Angebote vorhanden.

Bewusstseinswechsel

Hänzi erklärt, dass die familienergänzende Kinderbetreuung im Kanton lange ein Schattendasein geführt habe. Kitas seien in den Siebziger- und Achtzigerjahren noch keine Förderungs- oder Bildungsinstitution gewesen und das familienzentrierte Bild war vorherrschend. Erst Mitte der Neunziger habe ein Bewusstseinswechsel stattgefunden.

«Der Boom, der rund um die familienergänzende Kinderbetreuung einsetzte, wurde auch von der Wirtschaft gefördert. Sie hat erkannt, dass sie auf junge Frauen mit Kindern nicht länger verzichten kann», so Hänzi. Die Kita Delfin sei ein gutes Beispiel dafür, wie ansässige Firmen die familienergänzende Kinderbetreuung tatkräftig unterstützen.

Schon über achtzig Kinder

«Mit dreissig Kindern wurde die Kita Delfin vor zehn Jahren an der Flurstrasse eröffnet», eröffnete Thomas Steiner, Präsident der Betriebskommission, in seiner Ansprache. 2011 sei man ins Adamhaus gezogen und inzwischen seien 80 Kinder angemeldet, und zwar in den Bereichen Kinderkrippe, Schülerhort und Mittagstisch.

Getragen wird die Kita von der Gemeinde, welche rund die Hälfte der Kosten übernimmt. Die Elternbeiträge decken je nach Einkommen rund 45 bis 50 Prozent der Kosten, dazu kommen etwa fünf Prozent aus Geldern von Firmen. Die beteiligten Firmen können die Kinder ihrer Angestellten im Gegenzug zum Einheimischentarif unterbringen, auch wenn diese nicht aus Bettlach stammen.

Steiner betonte, dass sich die Kita Delfin den Entwicklungen angepasst habe. Man besitze bereits das offizielle Label von Kita Schweiz und habe sich nun um das neue Label der Jacobs Foundation beworben, welches ab September verliehen werde. «Zudem waren wir bei der Entwicklung dieses Labels als Pilot-Kita involviert», unterstreicht Steiner.

Nach der Ansprache kommt rasch emsiges Treiben in die Räume der Kita. Um den Geburtstag gebührend zu feiern, hat die Kita Eltern, Kinder und die breite Öffentlichkeit zu einem Fest mit Spiel, Spass und Attraktionen eingeladen. Ein Sohn führt seinen Vater in die Geheimnisse der Spielküche ein, ein paar Jungs verkriechen sich in der Höhle aus Kissen und andere begeben sich zuerst gleich zum Essensstand mit Hotdogs und Flammkuchen.

Während ein Clown Ballons zu Tieren und Schwertern formt, kann man sich schminken lassen oder einen Delfin-Schlüsselanhänger basteln. Die vier Lernenden der Kita führen ein Bobbycar-Rennen durch und erklären den Kleinen geduldig, wos langgeht. Bereits im Vorfeld haben sie ausserdem eine farbenfrohe Galerie aus zehn Collagen angefertigt, welche den zahlreichen Besuchern Einblicke in die Geschichte der Kita verschaffen.

Die siebenjährige Denya besucht die Kita regelmässig und gern. Sie verziert gerade einen hölzernen Delfin mit farbigen Perlen. «Mir gefällt in der Kita vor allem das Basteln und Malen», sagt sie. Ausserdem helfe sie gerne beim Kochen. In den Ferien seien sie mit der Kita auch schon in der Badi oder auf dem Bauernhof gewesen.

Dem vierjährigen Loris, der auf einen Ballon wartet, gefällt das Baden im Bassin am besten. Er habe viele Freunde in der Krippe, sagt er. Aber nicht nur Kinder haben am Kita-Geburtstag ihren Spass. Die Festwirtschaft im Parterre ist rege besucht und die Kita-Räume voll von Erwachsenen.

Beinahe unbesucht bleibt lediglich die Hüpfburg, die extra für den Anlass aufgestellt wurde. Sie führt am verregneten Samstag ein Schattendasein.