Grenchen
Es bleibt die Flucht nach vorn

Parktheater Les Trois Suisses gaben eine Lehrstunde für männliches Balzverhalten in Form einer rasanten MusikComedy.

Kaspar Haupt
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Les Trois Suisses boten eine hinreissende Musik-Comedy. khg

Les Trois Suisses boten eine hinreissende Musik-Comedy. khg

Solothurner Zeitung

Dreierlei zeichnete die Vorstellung Herzverbrecher des Bühnentrios Les Trois Suisses aus. Als Musik-Comedy von Meret Matter in Szene gesetzt, lag der Grundstein einmal mehr in den musikalischen Fähigkeit und instrumentalen Vielseitigkeit ihrer Protagonisten Pascal Dussex, Resli Burri und Thomas Baumeister.

Die meisterliche gespielten Adaptionen von Aretha Franklin, den Beatles, Pink Floyd, Status Quo und eingeworfenen Eigenkompositionen bescherten dem Publikum eine Reise durch die Rock- und Popmusik. Die skurrilen Videosequenzen gaben dem Programm eine neue Dimension, wenn sich beispielsweise das vermeintlich tiefe Dekolleté als Männerpo entpuppt, ein visueller Höhepunkt.

Charme-Offensive als Rezept

Drei charmante lebenserfahrene Herren versuchen über die Klippen der Midlife Crisis hinweg zu kommen. Da gibt es nur eines: Die Flucht nach vorn. Doch wie soll man das anstellen, wenn man die besten Zeiten hinter sich hat. Sie sinnieren über die kleinen feinen Unterschiede und die Sehnsucht nach neuer Zweisamkeit lässt sie wieder zu Casanovas werden, und sie wollen mit einer Charme-Offensive auf das ewig lockende weibliche Geschlecht los. Und da ein toller Körper unabdingbar ist, spielen sie den Klassiker von Pink Floyd: «Money «. Doch wenn das eine oder andere nicht mehr übermässig vorhanden ist und Versuche als pathetischer Rockstar, als Latin Lover und auch als eifriger Entertainer kläglich scheitern, greift man zum alten Trick: Den Frauen einfach den Schmus bringen. Die Trois Suisses müssen natürlich alles selber machen, sowohl auf der Bühne wie auch im Videoclip.

Die Trois Suisses, mehr Herzensdiebe als Herzverbrecher, starteten mit einer einfallsreichen Instrumentierung und raffiniertem Gesang den Angriff auf das Zwerchfell des Publikums. Mit verführerischem Witz und Charme, subtilem Humor und skurrilen Videoszenen gelang ihnen eine niveauvolle Musikcomedy, die auch vom Grenchner Publikum genossen wurde. Die Vorstellung bescherte der Theaterkommission wiederum ein volles Haus, den Beifall honorierten die «Trois Suisses» mit drei Zugaben.