Grenchen
Erweiterung des Schulhauses Kastels: Der Sieger des Wettbewerbs steht fest

Eine neunköpfige Fach- und Sachjury hat den Sieger des Projektwettbewerbs zur Schulhauserweiterung Kastels gewählt. Auf den ersten Platz schaffte es das Projekt mit dem Kennwort «Dialog» der Arbeitsgemeinschaft MZR und Omlin Architekten.

Oliver Menge
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Modell der Schulanlage Kastels: Bestehende Trakte (1-3), Trakt 4 und alte Turnhalle (4), Kindergarten (5), geplante Aula (6) und geplante Doppelturnhalle (7).

Modell der Schulanlage Kastels: Bestehende Trakte (1-3), Trakt 4 und alte Turnhalle (4), Kindergarten (5), geplante Aula (6) und geplante Doppelturnhalle (7).

Oliver Menge

Grenchen braucht angesichts der zu erwartenden steigenden Schülerzahlen und neuer Unterrichtsformen dringend zusätzlichen Schulraum. Im Zuge der Neuorganisation der Schulen Grenchen kam diesbezüglich rasch das Schulhaus Kastels in den Fokus: Die bestehende Turnhalle genügt den Anforderungen nicht mehr und an allen Ecken und Enden fehlt es an Schulraum. Die Stadt Grenchen veranstaltete deshalb von August 2019 bis März 2020 einen Architekturwettbewerb zum Thema «Schulraumerweiterung und Neubau Doppelturnhalle, Schulhaus Kastels». Aus 42 Bewerbungen wurden schliesslich sieben Architekturbüros ausgewählt.

Die Aufgabe des Projektwettbewerbs war, die wertvolle, bestehende Schulanlage mit neuen Gruppenräumen, Klassenzimmern, Räumen für die Tagesstruktur und den Neubau einer Doppelturnhalle zu ergänzen. Bestehende Gebäude sollten analysiert und Abläufe optimiert werden.

Eine neunköpfige Jury bestehend aus fünf Architektinnen und Architekten von nationaler Bedeutung sowie vier Vertretern der städtischen Behörden und der Schule beurteilte die eingereichten Projekte. Am 12. März zeichnete sie einstimmig das Projekt mit dem Kennwort «Dialog» der Arbeitsgemeinschaft MZR und Omlin Architekten, Bern, mit dem 1. Preis im 1. Rang aus.

Neue Doppelturnhalle und neue Aula

«Dialog» sieht den Bau zweier Neubauten und den Umbau der bestehenden Turnhalle vor. Die Jury empfiehlt der Stadt Grenchen das Projekt «Dialog» zur Weiterbearbeitung und Realisierung mit folgender Begründung (Auszug aus dem Jurybericht): «Durch die Setzung der beiden Neubauten entsteht eine Neuinterpretation der Anlage, die jedoch stark auf dem Bestehenden aufbaut. Beide Gebäude ordnen sich sorgfältig in die bestehende Geometrie ein und reagieren auf den jeweilig spezifischen Kontext. Interessant ist die Lage der neuen Aula: Durch deren Setzung als eigenständiges Gebäude im südlichen Teil des Areals öffnet sich dieses zum Quartier...» – «...Der Entwurf ergänzt die Anlage zu einem harmonischen Ensemble mit ausgewogenem Verhältnis der Baukörper zum Aussenraum... Die Materialisierung und Gliederung der Gebäudefassaden vermitteln eine sensible und doch eigenständige Architektursprache, die den Dialog zwischen alt und neu aufnimmt, ohne dominieren zu wollen.»

Die neuen Nutzungen seien zusammen mit den bestehenden hervorragend organisiert und die Abläufe für die Nutzerschaft in der gesamten Schulanlage optimal gestaltet worden.

Die voraussichtlichen Baukosten der Projektvorschläge sind durch einen Kostenspezialisten in der Bandbreite von 14,3 Mio. bis 20,7 Mio. Fr. geschätzt worden. Die Kosten des Siegerprojekts «Dialog» werden auf 15,8 Mio. Fr. geschätzt, +/- 20%.

Wie Stadtbaumeister Aquil Briggen erklärt, werde man das Projekt in Etappen realisieren: Zuerst wird im nordöstlichen Teil eine neue Doppelturnhalle erstellt. Sobald der Turnunterricht dann dort stattfinden kann, wird die alte Turnhalle umgebaut: Durch das Einziehen eines neuen Bodens kann man so zusätzliche Schulräume schaffen. Sobald die Schulräume bezugsbereit sind, kann das Provisorium im südlichen Teil, wo jetzt einige Schulzimmer in einem Pavillon untergebracht sind, in die umgebaute Turnhalle umziehen. Dann beginnt man mit dem Bau der Aula, in dem auch die Tagesstrukturen einen neuen Platz finden. Die Aula kommt auf der Zivilschutzanlage zu stehen, sodass diese als Fundament dienen könne, erklärt Briggen.

Fahrplan für das weitere Vorgehen

Als Erstes werde nun die Baudirektion beim Gemeinderat einen Kredit für das Vorprojekt beantragen und dieses ausarbeiten, sagt Stadtbaumeister Aquil Briggen auf Anfrage. Erst nach Abschluss des Vorprojekts werde man einen genaueren Überblick über die zu erwartenden Kosten haben und einen Budgetvorschlag ausarbeiten können. Dieser werde zuerst durch die Bau- und Planungskommission abgesegnet, komme dann in den Gemeinderat und vor die Gemeindeversammlung.

Über die definitive Ausführung werde die Grenchner Bevölkerung dann an einer Urnenabstimmung entscheiden können – Budgetposten über 2,5 Millionen Franken müssen laut Gemeindeordnung an der Urne entschieden werden.

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