«Habt Ihr Eure Turnbeutel dabei?», fragt ein Vater ein paar offensichtlich verdutzte Frauen vor dem Haldenschulhaus. «Ihr wisst, wir haben eine Stunde gemeinsam Turnen mit unseren Kindern». Die Auflösung des Scherzes löst allgemeines Gelächter bei den Umstehenden aus. Turnen steht am ersten Schultag nicht auf dem Programm für die Eltern. Aber sie dürfen ihre Kinder begleiten, hoch ins oberste Stockwerk, ins Klassenzimmer. Dürfen dabei sein, wenn die Kinder zum ersten Mal ihre Klassenkameradinnen und -kameraden in der neuen Umgebung treffen, sich an ihren neuen Platz setzen und die Lehrerin oder der Lehrer die ersten Worte an ihre neuen Schützlinge richtet.

Einige Eltern haben sich dabei bestimmt an ihren eigenen ersten Schultag erinnert und festgestellt, dass sich Einiges geändert hat und doch viele Dinge über die Jahre hinweg gleich geblieben sind. So auch Gesamtschulleiter Hubert Bläsi, der betonte, dass die Spannung auf die neue Umgebung und die neuen Schulgefährten sicher noch dieselbe sei wie früher. Natürlich gebe es viel Neues heutzutage und man könne den Unterricht von damals nicht mit dem von heute vergleichen. Und doch: «Die emotionalen Aspekte haben sich nicht gross geändert über die Zeit. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler sind vielleicht etwas nervös am ersten Tag, auch die Lehrpersonen sind freudig angespannt.»

Empfang mit Blumenspalier

Nach der ersten Schulstunde, die die Klassen in ihren Zimmern absolvierten, trafen sich pünktlich um 9 Uhr alle auf der grossen Treppe vor dem Schulhaus. Oberhalb der Treppe waren die bereits gefertigten Fahnen zum Tag der Kinderrechte montiert. Ingeborg Kupper erklärte den Anwesenden die Bewandtnis: Jede Schülerin, jeder Schüler des Haldens wird bis im Oktober eine solche Fahne gestalten, ein Kinderrecht abbilden. Alle zusammengenäht sollen am 20. November, am Tag der Kinderrechte, den Turm in Olten umhüllen. Kupper betonte, wie wichtig die Rechte der Kinder überall, auch in unserem Land sind.

Eine der Fahnen, die zum Tag der Kinderrechte am 20. November gestaltet wurden.

Eine der Fahnen, die zum Tag der Kinderrechte am 20. November gestaltet wurden.

Auch der neue Schulleiter Thomas Mikolasek begrüsste die 312 Schülerinnen und Schüler sowie Kindergärteler, die 58 Lehrpersonen und natürlich die anwesenden Eltern. Nebst den 60 Erstklässlern und den 10 neuen Kindergärteler haben auch zehn neue Lehrpersonen ihre Arbeit im Halden aufgenommen. Ihnen allen zu Ehren sangen die restlichen Schülerinnen und Schüler daraufhin unter der Leitung von Daniel Stephani den Halden-Rap – trotz kleiner Startschwierigkeiten ein mitreissender Begrüssungssong, bei dem auch das Lehrerkollegium eifrig mittat.

Klassenweise wurden dann die Kleinen, zuallererst die Kindergärteler gefolgt von den Erstklässlern, durch ein Spalier aus bunten Blumenbögen geführt. Jedes Kind und jede neue Lehrperson erhielt als Begrüssungsgeschenk eine wunderschöne Sonnenblume und den warmen Applaus der anderen Schülerinnen und Schüler, ihrer Eltern und Verwandten und der übrigen Lehrerinnen und Lehrer. Es wurde eifrig gefilmt und fotografiert – auch das hat sich über die Zeit nicht gross verändert. Auch die neuen Lehrkräfte, allen voran Schulleiter Thomas Mikolasek, durften den Weg unter den Blumen hindurch absolvieren und eine Sonnenblume entgegennehmen.