Mit einer Durchschnittstemperatur von nur 9,2 Grad war der diesjährige Oktober um 1,5 Grad zu kalt gegenüber dem langjährigen Mittel, aber weniger kühl als der kälteste dieses Jahrzehnts, der Oktober 2003, der mit nur 7,9 Grad zu Buche steht. Damals fiel – notabene nach dem «Jahrtausendsommer» – bereits am 5. Oktober Schnee bis auf den Weissenstein. Dennoch kam der Winter damals nicht speziell früh und fiel auch nicht besonders hart aus. Diesmal wurde auf dem Hausberg der erste Schnee am 16. Oktober registriert – einige Tage früher als in den letzten drei Jahren. 2006, 2005 und 2004 war erstes Weiss erst nach dem Martini-Tag (11.November) registriert worden, in den Jahren vor 2003 jeweils erst Ende Oktober oder in den ersten Novembertagen. Was wie erwähnt kein Indiz für den folgenden Winter sein muss. Doch vor zwei Jahren war dies der Fall gewesen: Ende Oktober steckte Solothurn damals bereits unter einer Schneedecke, ab 22. November wieder für eine Woche und im Dezember erneut elf Tage lang.

Viel zu wenig Regen

Erneut war es in der Region Solothurn zu trocken: In der Stadt blieb die Regenmenge mit 50 Litern pro Quadratmeter unter der Hälfte des langjährigen Mittels; im Wallierhof Riedholz wurden die 50 Prozent mit 58,6 Litern knapp erreicht. Sehr trocken war vor allem die erste Monatshälfte, in der es lediglich am 5. Oktober zu geringem Niederschlag reichte. Atypisch war für diesen Oktober der früh auftretende, zähe Nebel, der sich ab dem 6. wenn überhaupt, so erst spät am Nachmittag auflöste. Vor allem kletterte die graue Suppe bald einmal auf eine Höhe von 1500 Metern, sodass auch das Postauto auf den Weissenstein keine Flucht an die Sonne mehr ermöglichte.

Am 16. Oktober kam es zum Wetterumschwung mit kühlen Temperaturen und teilweise Weiss bis auf 800 Meter hinab. Am 22. wurde morgens der erste Bodenfrost registriert. Extrem nass war es am Wochenende vom 23./24. Oktober, das Solothurn fast die Hälfte der Monatsregenmenge und dem Jura einen veritablen Wintereinbruch bescherte. Die letzte Oktoberwoche brachte viel Sonne und allmählich wieder zweistellige Temperaturen. Das verfrühte «Martini-Sömmerchen» dürfte sich bis am Wochenende halten. Dann ist gemäss den aktuellen Modellen ab Sonntag wieder mit einem Vorstoss kalter Polarluft und Schnee bis in mittlere (?) Lagen zu rechnen.