Die Männer und Frauen schliefen noch friedlich in ihren Betten, als gestern früh im Estrich des Mehrfamilienhauses schräg gegenüber der Firma Mathys plötzlich Feuer ausbrach. Die Flammen hatten keine Zeit, auf die Wohnungen überzugreifen. Eine Zeitungsverträgerin bemerkte den Rauch und alarmierte augenblicklich Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst, die kurz nach 3.30 Uhr eintrafen. Sofort wurden alle Bewohner evakuiert und ins Restaurant Kakadu gebracht. Schnell wurde klar, dass niemand verletzt worden war. Ein aufgeschreckter Nachbar meinte erleichtert: «Ein Glück, dass die Feuerwehr so schnell da war.»

Bewohner habens gut überstanden

Die 50 Angehörigen der Feuerwehren Bettlach und Grenchen hatten das Feuer rasch unter Kontrolle gebracht, allerdings erst Stunden später endgültig löschen können. Die Opfer wurden von der Polizei und den Behördenmitgliedern der Gemeinde betreut, ihnen wurde Frühstück und Verpflegung gebracht. Gemeindepräsident Hans Kübli war froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. «Ich habe mit den Leuten geredet. Es geht allen den Umständen entsprechend gut. Hauptsache, es wurde niemand verletzt», gab er sich zufrieden.

Die Brandursache war bis gestern noch nicht klar. Der Nachbar aber weiss: «Ein Brandausbruch in diesem Haus ist sehr gefährlich. Der Estrich ist fast ganz aus Holz, und die Bewohner deponieren dort ihre Sachen.» Der Schaden soll sich laut Polizeisprecher Bruno Gribi auf mehrere 100000 Franken belaufen.

Explosion bei Hänggi Stanztechnik

Keine sechs Stunden später – die Feuerwehr war noch immer beim Mehrfamilienhaus – explodierte nur wenige hundert Meter entfernt bei der Firma Heinz Hänggi Stanztechnik eine Schleifmaschine. Durch die Druckwelle wurden die gläsernen Zwischenwände gesprengt. Der Maschinenbrand wurde durch die sofort herübergeeilte Feuerwehr rasch gelöscht, die Decke allerdings war pechschwarz. Zwei Maschinenarbeiter wurden leicht verletzt und mussten zur Kontrolle ins Spital gebracht werden. Bereits gestern Abend konnten sie allerdings zu ihren Familien zurückkehren.

Finanzchef Stephan Faller fiel ein Stein vom Herzen: «Der Unfall passierte für uns alle völlig überraschend. Es ist erfreulich, dass nichts Schlimmeres passiert ist.» Lediglich kleinere Schnittverletzungen durch die Splitter hätten seine Mitarbeiter davongetragen. «Betriebsunfälle sind bei uns äusserst selten. Wir investieren laufend in die Sicherheit», so Faller. Die Ursache für die Explosion der CNC-Schleifmaschine steht noch nicht fest. Die betroffene Werkstätte konnte gestern nicht mehr genutzt werden. Laut Polizei dürfte sich der Schaden auch in diesem Fall auf mehrere 100000 Franken belaufen.

Bereits wieder eingezogen

Im Falle des Mehrfamilienhauses zeigte sich dann das ganze Ausmass der Tragödie am späteren Nachmittag: Das oberste Stockwerk des Hauses war zum Skelett ausgebrannt. Polizei und Feuerwehr entsorgten verkohlte Überreste. Die Mieter in den unteren Geschossen konnten bereits wieder einziehen. Für die restlichen wurden Notunterkünfte organisiert.