Die Wahlbeteiligung in Wohlstandsdemokratien lässt oft zu wünschen übrig, auch in der Schweiz. Allgemein spricht man schon von einer hohen Beteiligung, wenn rund die Hälfte der Stimmberechtigten ihr Grundrecht nutzen. Bei den National- und Ständeratswahlen vom kommenden Wochenende dürften sich laut dem SRG-Wahlbarometer rund 49 Prozent aller Stimmberechtigten an der Wahl beteiligen.

Erst 26 Prozent in Solothurn

Im Kanton Solothurn lag die Wahlbeteiligung 2007 bei 168 927 Stimmberechtigten und zugleich stattfindenden Abstimmungen über Steuersenkungen bei 50,7 Prozent, vier Jahre zuvor bei 47,4 Prozent bei 166 052 Stimmberechtigten. Prozentzahlen, die im Vergleich zu früheren Jahrzehnten lächerlich sind (siehe Kasten).

In Solothurn haben bis gestern von rund 11700 Stimmberechtigten um die 2970 brieflich abgestimmt. Das sind knapp 26 Prozent. Stadtschreiber Hansjörg Boll rechnet aber mit einer Stimmbeteiligung von um die 50 Prozent. «90 Prozent aller Stimmabgaben erfolgen per Post. Der Rest kommt am Sonntag an die Urne.»

Rote Laterne Olten

In Olten sind bis gestern in der Stadtverwaltung 1962 Wahlkuverts eingetroffen. Die Dreitannenstadt hat 11 046 Stimmberechtigte. Dies würde also eine Wahlbeteiligung von nur gerade 18 Prozent entsprechen, was aber knapp eine Woche vor der Wahl normal sei, wie Stadtschreiber Markus Dietler erklärt. Er vermutet, dass aufgrund der Herbferienzeit viele ihre Wahlzettel letztes Wochenende ausgefüllt und auf die Post gebracht hätten oder nun ausfüllen und auf die Post bringen würden. «Ich rechne also damit, dass diese Woche noch wesentlich mehr Kuverts eintreffen.» 2003 allerdings waren in Olten eine Woche vor der Wahl bereits 4000 Wahlkuverts zurückgeschickt worden.

Wahlbeteiligung im Kanton Solothurn

Wahlbeteiligung im Kanton Solothurn

In Grenchen leben 9706 Wahlberechtigte. Gemäss Stadtschreiberin Luzia Meister lagen bis gestern Nachmittag 1990 Wahlkuverts vor, also gut 20 Prozent. Ähnlich ist der Rücklauf in Dornach. Dort haben von 3941 Stimmberechtigten bis gestern rund 800 brieflich gewählt. Seit letzten Donnerstag sind um die 100 Kuverts eingetroffen.

Auf den letzten Drücker

«Die meisten Kuverts treffen erfahrungsgemäss am Donnerstag und am Freitag vor dem Wahlsonntag ein», sagt auch Balsthals Gemeindeschreiber Bruno Straub. Bis gestern haben von rund 3400 Stimmberechtigten 770 gewählt. Das sind knapp 23 Prozent. Noch tiefer - bei 21 Prozent - liegt der Rücklauf in Oensingen. Von rund 3320 Stimmberechtigten lagen gestern 680 Kuverts vor.

In Zuchwil haben 1059 von 4541 Stimmberechtigten das Wahlkuvert zurückgeschickt. Das sind gut 23 Prozent. Im Vergleich zu vergangenen Wahlen, ebenfalls sechs Tage vor dem Wahlwochenende, liegt der Rücklauf aber laut Gemeindeschreiber Felix Marti diesmal höher. Auch hier spüre man aber die Herbstferienzeit. «Allein letztes Wochenende sind rund 200 Kuverts eingegangen. Das ist viel.» Auch Marti ist aus Erfahrung überzeugt, dass viele erst auf den letzten Drücker brieflich ihre Stimme abgeben würden.