«Wir mussten den Müll zum Teil regelrecht suchen», meinte Gemeinderat Andreas Graf, der mit seinen Kindern rund ums Schulhaus unterwegs war, nach der dreistündigen Sammelaktion anlässlich des weltweit stattfindenden Clean-Up-Days.

Erstmalig auch in Pieterlen durchgeführt, trugen die rund 70 Teilnehmenden schlussendlich doch sechzehn volle 60-Liter-Säcke sowie ein Velo, einen Stuhl, eine Werkzeugkiste und noch andere Dinge, die das Sackvolumen sprengen würden, zusammen. Besonders eifrig waren die Kinder dabei, welche regelrecht vom Jagdtrieb erfasst wurden, von dem auch eine tote Maus nicht verschont blieb.

Spontaner Song

Ein ortsansässiger Musiker zog mit einem spontan kreierten Clean-Up-Song während der Mittagsverpflegung, zubereitet durch den Frauenverein, das musikalische Fazit: «Pieterlen ist so sauber wie noch nie!»

Dies wohl nicht zuletzt auch dank der guten Arbeit der Gemeindeangestellten, welche sonst für Sauberkeit sorgen. Was aber einigen Teilnehmenden zu denken gab, waren die zahlreichen Spuren, welche die Raucher im öffentlichen Raum hinterlassen. Vom Öffnen der Verpackung bis zum Wegwerfen derselben konnte der Weg des Genussmittels (?) sehr gut nachverfolgt werden. Nach dem Auflesen der x-ten Kippe schwand irgendwann die Motivation, sich danach zu bücken, besonders als vor einem Bauwagen die Hinterlassenschaft dieser Pausenbeschäftigung zu massiv war. Die Frage, was gegen eine solche Form von Littering unternommen werden könnte, führte zu angeregten Diskussionen.

Zusammenspiel von Vereinen und Parteien

Unter dem Motto «Pieterlen, gemeinsam stark» organisierte die Spezialkommission Integration und Gesundheit mit Unterstützung verschiedener Vereine und Mitgliedern der drei Ortsparteien diesen Tag, bei dem auch die Gemeinschaft von Alt und Jung, Neuzuzügern und Alteingesessenen, Schweizer Bürgern oder Einwohnern mit Migrationshintergrund im Zentrum stand.

Mit dem Bring- und Holanlass am Nachmittag boten die Organisatoren eine Plattform für die Vernetzung. Hier konnten guterhaltene Gegenstände aus Haus und Garten unkompliziert den Besitzer wechseln. Bereichert wurde die Aktion durch die Landfrauen, die Kaffee und Kuchen bereitstellten.

Esche, Eibe oder Eiche?

Das Thema Integration bewegt die Behörden in Pieterlen bereits geraume Zeit. Als Symbol für ein Miteinander ohne Vorurteile regte ein Mitglied der Spezialkommission, welches ursprünglich aus Pakistan kommt, an, zum Schluss dieses aktionsreichen Tages gemeinsam einen Baum zu pflanzen. Dies als Zeichen dafür, dass Bäume allen Menschen Schatten spenden und für jeden die Luft reinigen, egal welcher Herkunft, Religion und Hautfarbe sie sind.

Mit gemeinsamen Kräften wird eine Esche beim Primarschulhaus gepflanzt.

Mit gemeinsamen Kräften wird eine Esche beim Primarschulhaus gepflanzt.

Nach anfänglicher Unsicherheit, welche Baumart nun darauf wartet, gesetzt zu werden, konnte eine Esche ihren Platz südlich vom Primarschulhaus beziehen.

Eine Besucherin sang spontan ein Baumlied, dessen Inhalt sich auch auf die Beziehungen der Menschen untereinander beziehen könnte: «Wenn du vorbeigehst, grüss mich mal …!»