Aaron Doukpo spielt Basketball. Das ist für einen 17-Jährigen nichts Aussergewöhnliches. Auch nicht, dass in seinem Zimmer Abbildungen von Stars der Szene wie Allen Iverson, Magic Johnson oder Air Jordan hängen.

Schon etwas ungewöhnlicher erscheint einem, dass daneben auch Konterfeis der Helden der Bürgerrechtsbewegung Malcom X und Martin Luther King sowie des grossen Versöhners Nelson Mandela auszumachen sind.

Ganz speziell wird es aber, wenn man ein weiteres Zimmer an der Wiesenstrasse 27, wo Aaron mit seinen Eltern und der jüngeren Schwester wohnt, betritt. Diverse Nähmaschinen und andere Utensilien weisen auf seine grosse Leidenschaft hin.

Der gebürtige Grenchner ist nämlich Modedesigner und möchte dereinst seine Begabung auch zum Beruf machen. Vorderhand absolviert er aber noch eine Lehre als Metallbauer in der Mecaplex.

«Ich habe nach der Schule auch die praktische Prüfung an der Schule für Kunst und Gestaltung in Olten bestanden, bin dann aber nicht mehr zur schriftlichen Prüfung angetreten», erklärt er dazu.

Er sei zur Einsicht gekommen, zuerst einen konventionellen Beruf zu erlernen, um darauf zurückzukommen, sollte es mit seinem Traum vom Modeschöpfer nicht klappen.

Aufmerksamkeit erregt

Seine erste Kollektion hat er während einer Projektwoche in der Abschlussklasse zeigen können. Und man ist auf ihn aufmerksam geworden. Carmen Leimer vom Gewerbeverband hat ihn angesprochen, ob er nicht an der öffentlichen Modeschau vom 6. November im Parktheater seine Arbeiten zeigen wolle.

Er nahm die Gelegenheit wahr und ist nun daran, zehn Outfits für Männer wie Frauen zu erarbeiten und diese dann einem grösseren Publikum vorzustellen. Als Models vertraut er auf Kolleginnen und Kollegen: «Denn sie verkörpern eben das, was ich will.»

Wie aber ist er dazu gekommen, eigene Klamotten nicht nur zu zeichnen, sondern auch selber herzustellen? «Ich habe mich schon immer für Kleider interessiert, fand aber nie wirklich das, was mir zusagte. So habe ich mit 10 Jahren meine erste Jacke kreiert.»

Sein Style sei inspiriert von der jungen, aktuellen Mode in New York und Tokyo. Die sei bei uns aber – wenn überhaupt – erst mit einiger Verspätung erhältlich.

So hat er sich daran gemacht, vorhandene Outfits abzuändern. Erste Handgriffe an der Nähmaschine hat ihm seine Grossmutter beigebracht. Aber schon bald war er im Stande, auch das Fertigen seiner Kreationen selber zu erledigen.

So zeichnet, schneidert, bügelt und näht der begabte Grenchner also seine eigenen Modelle unter dem Label FYL (Fresh, Yung, Luxury). «Ich kreiere eher für ein junges Publikum, aber für ganz normale Leute», erklärt Aaron Doukpo. Prêt-à-porter also nicht Haute Couture. Erste Stücke hat er bereits an Kollegen veräussert.

Als sein grosses Vorbild in Modesachen bezeichnet er Kanye West, den US-Rapper, der den Schritt zum Designer erfolgreich gemeistert hat.

Aaron Doukpo wird die Schule für Kunst und Gestaltung nach der Lehre absolvieren und wenn möglich sein Geld in Zukunft mit seiner grossen Leidenschaft verdienen.

Er wirkt wie ein junger Mann, der ob all seiner Kreativität nicht so schnell den Boden unter den Füssen zu verlieren droht. Und wer weiss: Vielleich werden die Besucherinnen und Besucher an der Modeschau vom 6. November eines Tages sagen können, sie seien an der ersten grösseren Schau eines bekannten Modeschöpfers dabei gewesen.