Sportstadt Grenchen
Er ist begeistert vom Wasser-Slalomfahren

Der Grenchner Adrian Sallaz hat sich unter den Bootvariationen für den Slalom-Kajak entschieden. In seiner frühen Jugend hat er sogar an Schweizer Meisterschaften teilgenommen. Als ein Trainer fehlte, hat er sich gegen eine Profikarriere entschieden.

Nadine Schmid
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Adrian Sallaz will sich nach seinem Studium als Kanu-Trainer engagieren.

Adrian Sallaz will sich nach seinem Studium als Kanu-Trainer engagieren.

Nadine Schmid

Momentan kann von günstigen Bedingungen auf der Aare nicht die Rede sein und auch die Promenaden bleiben mehrheitlich leer. Doch normalerweise ist diese Jahreszeit typisch, um Kanufahrer mit ihren Booten inmitten der Fluten zu entdecken: Direkt neben der Archbrücke steht das Häuschen des Kanu-Clubs Grenchen.

Wer die Namen Ronnie Dürrenmatt, Thomas und Beat Mosimann hört, erinnert sich womöglich an die bereits vergangenen glorreichen Zeiten des Kanu-Clubs zurück: Dürrenmatt erreichte mit seinem Kanadier den elften Platz an den Olympischen Spielen in Athen (2004) und war unter anderem neunmal in Folge Schweizer Meister. Thomas Mosimann (Kajak) wurde unter anderem Mannschaftsweltmeister in Augsburg (2003), auch sein Bruder Beat fuhr an der Weltspitze mit.

«Kanu» ist ein Oberbegriff

Wenn Adrian Sallaz sich in seinen Slalom-Kajak setzt und auf der Aare losfährt, sieht das Kanufahren wie das Leichteste auf der Welt aus. Er lenkt das Boot, wie es ihm beliebt, während er mit dem Paddel mal rechts, mal links ins kühle Nass eintaucht. «Es braucht Geschick, um das Boot zu lenken», erklärt der junge Sportler. «Wer zum ersten Mal Kanu fährt, wird das Boot statt in die gewollte Richtung im Kreis drehen. Man muss es lernen; wenn man es aber mal kann, ist es leicht. Wie beim Fahrrad- oder Skifahren.»

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Warum braucht es so viele verschiedene Minigolf-Bälle? Was ist das Besondere dieses Fussballschuhs? Oder dieses Tennis-Rackets? In der Stadt ist Sport ein Thema geworden. Mit dem Bau des Velodrome vor einem Jahr, dem vorgesehenen Ausbau des Leichtathletikstadions, einer BMX-Piste oder eines neuen Strassenhockey-Platzes sowie diversen bestehenden Anlagen will sich Grenchen vermehrt als Sportstadt profilieren. Wir stellen verschiedene in der Stadt ausgeübte Sportarten vor, anhand von Sportlerinnen und Sportlern, die ihre Sportgeräte oder Ausrüstungsgegenstände erklären. (rrg)

«Kanu» ist ein Obergriff. Unterschieden wird zwischen Kajak und Kanadier. Beide Boote haben weitere Typen: Einen, um Freestyle zu fahren, einen anderen für den Slalom und noch einen für die Abfahrt. Dabei gibt es beim Kanadier Boote, in denen eine Person oder mehrere sitzen können. Der Kanadier ist im Vergleich zum Kajak mehr für Ausdauer gedacht und wird öfters für Freizeitaktivitäten von Gruppen gewählt. Mit dem Kajak ist man vornehmlich allein unterwegs und man hat keinen Sicherheitsgurt, man muss sich vorne mit den Knien festhalten.

Sallaz hat sich auf den Slalom-Kajak spezialisiert. Sein Boot ist dreieinhalb Meter lang und knapp acht Kilogramm schwer. «Slalomfahren ist spannend», erklärt Sallaz. Er zeigt auf die nahe Brücke und die Kanutore, die dort in der Luft hängen. «Die roten muss man passieren, wenn man gegen den Strom fährt, die grünen, wenn man in die Fliessrichtung paddelt. Dabei darf man das Tor nicht berühren.» Schafft man dies nicht, gibt es Strafsekunden.

Ein internationaler Spitzensportler sollte deshalb in einem Wettkampf ohne Fehler fahren können, weiss Sallaz. Er selbst hatte auch einmal dieses hohe Niveau angestrebt. Angefangen hat seine Kanu-Passion durch einen Kurs, den der Kanu-Club Grenchen für Neueinsteiger angeboten hat. Zusammen mit anderen Kursteilnehmern schloss er sich, damals zehn Jahre alt, nach dem Kurs dem Club an.

«Wir waren eine dynamische Slalomgruppe. Unser Trainer hat uns gefördert und es war eine gewisse Konkurrenz zwischen Einzelnen von uns vorhanden, das hat uns angespornt», erinnert sich Sallaz. «Zudem war es noch nicht lange her, dass Ronnie und die Brüder Mosimann so grosse Leistungen vollbrachten. Auch das hat zur Motivation beigetragen.»

Als Hobby weitergeführt

Damals nahm Sallaz an Schweizer Meisterschaften teil und schnitt jeweils in den obersten Rängen ab. Die Wende kam, als der Trainer aufhörte. Das Coaching sei sehr zeitaufwendig gewesen und der Trainer hätte sich deshalb neu orientieren müssen. «Die Gruppe fiel auseinander, wir waren schliesslich nur noch zu dritt und ohne Trainer», so Sallaz. «Es geschah alles in der Zeit, in der Jugendliche ihre Zukunft planen. Ich habe mich entschieden, eine Ausbildung zu machen und Kanufahren als Hobby weiterzuführen. Meine Freunde und ich trainieren dreimal wöchentlich. Tag und Zeit sind spontan.» Dies reiche aber eben nicht aus, um als Profi zu fahren. An Schweizer Meisterschaften würden sie deshalb nicht mehr mitmachen, dafür aber hie und da an kleineren Wettkämpfen wie der Aaremeisterschaft.

Nachwuchs fördern

Im Grenchner Kanu-Club gibt es weiter eine Schülergruppe und eine Gruppe, die Breitensport betreibt. Sallaz überlegt sich, nach dem Studium mit seinen zwei Freunden den Nachwuchs auf hohem Niveau zu fördern. «Wenn wir drei Trainer sind, dann könnten wir diese zeitaufwendige Aufgabe bewerkstelligen», schliesst Sallaz. Doch noch sind das erst Ideen.

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