Grenchen

Entscheid für einen Abteilungsleiter Schule ist noch nicht definitiv

Schulverwaltung im Schulhaus IV: Die Organisation der Schule gibt weiter zu diskutieren.

Schulverwaltung im Schulhaus IV: Die Organisation der Schule gibt weiter zu diskutieren.

Der Grenchner Gemeinderat behandelt die Vorlage des Stadtpräsidiums in erster Lesung. Nach heftigen Diskussionen einigte man sich auf eine zweite Lesung.

Die Vorlage «Projekt Schulleitungsstrukturen» Grenchen hat gestern Abend im Gemeinderat die erwarteten hohen Wellen geworfen. Die bürgerlichen Fraktionen, die von der Notwendigkeit eines «CEO» für die Grenchner Schulen überzeugt sind, boten am Ende Hand für eine zweite Lesung.

Projektleiter und Organisationsberater Max Wittwer erläuterte den Werdegang der Vorlage, die insbesondere die von der FDP in einer Petition formulierte Devise «Eine Schule – ein Chef» umsetzen will. «Sie zeigt, in welche Richtung es geht», meinte denn auch FDP-Sprecher Aldo Bigolin. Denn heute habe ausgerechnet die weitaus grösste Abteilung der Stadt mit einem Budget von 30 Millionen keinen Chef.

«Was macht denn der CEO?»

Auch Marco Crivelli von der CVP betonte, man habe immer wieder auf die Schwächen des aktuellen Modells hingewiesen. «Auch wenn wir dieses grundsätzlich unterstützt haben, ist es doch ein Schönwettermodell.» Die Kompetenzen und Pflichten aller involvierten Stellen müssten aber auch im neuen Führungsmodell noch klarer aufgezeigt werden.

Genau hier hakte auch die SP ein, welche das neue Modell so nicht akzeptiere, wie Fraktionssprecherin Clivia Wullimann ausführte. «Was macht denn der neue CEO für 162 000 Franken für ein Vollpensum, wenn man weiss, dass der bisherige Schulleiter für diese Aufgabe 30 Prozent eingesetzt hat?», fragte sie provokativ. Auch beim vorgesehenen Bildungsauschuss aus Gemeinderäten, der die bisherige Fachkommission Schulen ablösen soll, sieht sie mehr Rückschritt als Fortschritt. «Das wird entweder ein Kopfnickergremium oder es stellt nur teure Experten an.» Die SP forderte eine zweite Lesung, an der die Kompetenzen des neuen Chefs und der Mitglieder Geschäftsleitung vorliegen müssten.

Schulverwaltung arbeitet gut

Die Replik von Wittwer kann so zusammengefasst werden: Gerade die Führungsaufgabe und die Weiterentwicklung des Gremiums wurden vernachlässigt. So sieht es jedenfalls der Evaluationsbericht des Kantons, aus dem Wittwer zitierte und der feststellt, dass die Selbst- und Fremdeinschätzung der Geschäftsleitung Schulen Grenchen zum Teil eklatant auseinanderklaffen. Der Bildungsausschuss sei zudem keineswegs auf Experten angewiesen. «Denn Fachkompetenz ist in den Grenchner Schulen ausreichend vorhanden.» Der Schulverwaltung stelle der Kanton nämlich ein gutes Zeugnis aus.

«Die heutige Diskussion hätten wir uns eigentlich sparen können, wenn wir die Schwächen der aktuellen Organisation rechtzeitig ausgemerzt hätten», meinte SVP-Sprecher Richard Aschberger. Die SVP habe mehr Kompetenzen für den Vorsitzenden der Schulleitung gefordert – erfolglos. «Jetzt ist es zu spät.» Die SVP begrüsste auch die Abschaffung der Fachkommission.

Einen deutlichen Appell für das heutige System formulierte Rolf Glaus, Leiter der Sek I. «Die Geschäftsleitung wird zu einem internen Arbeitsinstrument umfunktioniert», monierte er. Und meinte damit: degradiert. Die Mitarbeitenden würden massiv verunsichert und mit dem neuen Modell werde die Katze im Sack gekauft. Die Vorteile des gut funktionierenden heutigen Systems seien im Expertenbericht nirgends gewürdigt worden.

Modelle gegenüberstellen

Nach einer Pause einigte man sich auf eine zweite Lesung: Das aktuelle «Modell 6» soll detailliert (mit Kompetenzen) ausgearbeitet und dem geltenden System gegenübergestellt werden.

Der Gemeinderat hat ferner eine Vorlage für die Erstellung eines Konzepts für die frühkindliche Bildung behandelt (Vgl. Ausgabe vom 18. 10.) und mit
11 gegen 3 Stimmen klar angenommen.

Die 2. Lesung für die Neuorganisation und Zuordnung der Dienststelle SMKS (Stadtmarketing, Kultur, Sport) war erfolgreich. Die Kritik des Rates wurde aufgenommen und die Kommunikation ebenfalls der Stadtschreiberin unterstellt. Ein Antrag der SVP, den SMKS-Stellenetat um 40% auf 200% zu kürzen, wurde abgelehnt.

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