Auch dank des hervorragenden Wetters zog es zahlreiche Leute an die Aare. Mit 65 Teilnehmenden kämpften dieses Jahr gar noch etwas mehr Kanuten um den Titel des Aaremeisters als letztes Jahr.

Wegen des Umbaus der Aarebrücke war man gezwungen, den Slalom ein bisschen zu verkürzen, und so mussten die Kanuten statt vorher 18 nur noch 15 Tore durchfahren, was dementsprechend auch zu kürzeren Zeiten führte. Am Samstagmorgen konnten die teilnehmenden Kanuclubs den etwas veränderten Slalom begutachten und darauf trainieren.

Quasi als Belohnung fand am Nachmittag der Stand-up-Paddle-Plauschwettkampf statt. Hier durften alle mitmachen, ob Mitglied eines Kanuclubs oder Interessierte aus der Region. So gab es solche, die schon etliche Male auf einem SUP gestanden waren und solche, die zum ersten Mal überhaupt auf eines stiegen. Es musste zwar nur ein verkürzter Parcours bewältigt werden, was aber die Herausforderung und allem voran den Spass nicht minderte.

Grösstes Rennen der Schweiz

Am Abend massen sich dann zum Abschluss des Plauschtages beim Grenchner Aare Race sechs Teams im Kanadier. Zu fünft oder zu sechst sassen die Gruppen in einem Zehnerkanadier, ergänzt von einem Steuermann des Grenchner Kanuclubs. Die Läufe waren von verschiedenster Art: im ersten paddelte man geradeaus, im zweiten zog man ein Teammitglied auf dem SUP hinterher und im dritten und potenziellen vierten (Finals) fuhr man im 1 gegen 1 um die Wette. Langeweile kam nie auf, Freude und Begeisterung standen im Vordergrund – wie es bei einem Plauschwettkampf eben sein sollte.

Der Tag der Slalomwettkämpfe war der Sonntag. Acht Kanuclubs aus sechs Kantonen fuhren beim grössten Kanurennen der Schweiz in zahlreichen Kategorien um die Wette. Es gab Kandidaten von ganz jung bis ins Seniorenalter. Mit Simon Werro fuhr im Kanadier-Einer gar ein Olympionike (Rio 2016) um den Sieg, den er sich als klarer Favorit auch holte.

Leider war dieses Jahr kein Vertreter der Grenchner am Start. «Wir haben niemanden, der mitmachen möchte. Man muss ein Wettkampftyp sein und das Messen mit anderen mögen, sonst bringts ja nichts. Unsere Kanuten fahren lieber Wildwasser, sie fahren zum Spass», erklärte Sonja Rentsch vom Kanu Club Grenchen KCG, die selber auch schon Aaremeisterin wurde.

Marit Richter und Loïc Bianzina

Einige ambitionierte Kanutinnen und Kanuten traten ganz nach dem Motto «Wenn scho, denn scho!» gleich in mehreren Kategorien an, triumphierten teilweise auch mehrfach. Den wichtigsten Titel, den des Aaremeisters, holten sich schliesslich Marit Richter vom Kanuclub Chur und der Bieler Loïc Bianzina. Während Bianzina rund drei Sekunden vor dem zweitbesten Mann war, hatte Richter auf die Juniorin Johanna Köcher einen äusserst knappen Vorsprung von gerade mal sechs Zehnteln.

Bianzina, der im Schweizer C-Kader ist, gefällt der Event: «Wir fahren sonst immer im Wildwasser, Flachwasser wie hier ist eine Abwechslung. Da es flach ist, ist der Kurs vor allem physisch anstrengend. Es ist aber immer schön hier, es hat vor allem viele Junge.» Das gesamte Wochenende wurden die Teilnehmer und Zuschauer mit Festwirtschaft und Musik verpflegt, der Kanuclub Nidwalden nutzte gar die Campingmöglichkeit am Aareufer. Die vielen Helfer sorgten dazu für faire Bedingungen, das Verteilen der Nummern, das sofortige Publizieren der Resultate und vieles mehr.