Solothurn/Grenchen
Endlich warm! Bademeister: «Alle haben plötzlich ein Lächeln auf dem Gesicht»

Wie oft haben wir uns in diesem Jahr schon nach Sonnenschein und warmen Temperaturen gesehnt. Nach einem Mai zum Vergessen klettert das Thermometer in diesen Tagen gleich deutlich über 30 Grad. Ein Augenschein in den Badis von Solothurn und Grenchen.

Daniel Fasel
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Sonnenschirme sind beliebt.
25 Bilder
«Rutschi»
Durchs Glas lässt es sich gut beobachten.
Am Rand des Sportbeckens tummeln sich die Leute.
Hoch auf dem Sprungturm
Und runter ins Nass...
Die Wiese ist am Dienstagnachmittag gut belegt.
Fussball muss übers Netz
Volleyball
Blick auf die Terrasse des Restaurants.
Zur Abwechslung einmal Schachspielen
Sprung in die kalte Aare
Auch in der Badi Grenchen ist der Sprungturm eine besondere Attraktion - und Herausforderung.
Augenschein in den Badis Solothurn und Grenchen
Gemütlicher unterwegs

Sonnenschirme sind beliebt.

Daniel Fasel

Was für manche schwindelerregend ist, stellt für ihn kein Hindernis dar: «Mit zehn Jahren war ich erstmals auf dem Zehnmetersprungbrett», sagt Robin Zimmerli, sichtlich mit Stolz erfüllt.

Seine Sekundarklasse besuchte gestern das Schwimmbad Grenchen. Sie waren beileibe nicht die Einzigen: In Scharen pilgerten Schwimmer, Fussballspieler und «Sünneler» ins Freibad. Der Sommer hat den Kanton Solothurn fest im Griff - zumindest vorerst.

Vom Büro an den Beckenrand

«Alle haben plötzlich ein Lächeln auf dem Gesicht», stellt der Grenchner Bademeister Paul Markus Joss fest. Der Wetterwechsel habe den Leuten gut getan: «Die Stimmung ist sehr friedlich.»

Dies sei aber alles andere als selbstverständlich, korrigiert sich der Bademeister sofort. Nach langen Schlechtwetterperioden sei nämlich noch mancher Besucher etwas mürrisch. «Das entlädt sich jeweils wie ein Gewitter.»

Seit acht Jahren ist Joss Bademeister in Grenchen. Vorher arbeitete er in einer Bank. Der gebürtige Freiburger begann als Aushilfe in Grenchen. Doch aus Nebenjob wurde schnell Hauptverdienst. Ist die Arbeit am Beckenrand so viel schöner? «Ja», meint Joss. «Draussen zu sein ist viel besser als im Büro.»

Mehr Arbeit, bessere Stimmung

«Ab ins kühle Nass!», lautet zurzeit auch in der Ambassadorenstadt die Devise. Rund 3500 Eintritte pro Tag konnte die Badi Solothurn seit Samstag verzeichnen.

«An einem ganz schlechten Tag sind es um die 100», sagt Bademeister Roland Schwägli zum Vergleich.

Im Mai hätten fast nur Stammgäste das Freibad besucht. Dafür waren diese der Badi treu: «Pünktlich um acht Uhr morgens standen sie vor der Türe.»

Den Bademeister stört es nicht, dass er bei der momentanen Hitze mehr arbeiten muss. Im Gegenteil: «Die Stimmung ist dafür viel besser.»

Den Solothurner freut es, dass so viele Schulklassen in der Badi einen Zwischenhalt einlegen. Die meisten seien zwar aus der Region, es gebe auch immer wieder Schulklassen aus Bern oder Zürich.

Als Bademeister müsse er da umso wachsamer sein. Doch auch abends gehe den Bademeistern die Arbeit nicht aus, sagt Schwägli. Das Problem ist ein altbekanntes: «Es gibt leider viel Littering.»

Angst um den Umsatz

Restaurantbesitzer im Freibad freuen sich über den Wetterwechsel. «In den letzten 15 Jahren kam es nie vor, dass ich bis 14 Uhr noch keine Kunden hatte.»

Der Betreiber des Badirestaurants Solothurn Ernst Schär hat allen Grund zur Klage: Er hatte im Mai kaum Kunden auf seiner Sonnenterrasse.

Die Angestellten auf Abruf mussten oft zu Hause bleiben. Schär hofft nun auf längere Schönwetterperioden während der Sommerferien.

Und wie steht es mit den Freibädern? Schliesslich ist auch ihr Geschäft wetterabhängig. In den letzten Tagen habe das Freibad schon viel nachholen können, sagt der Grenchner Bademeister Joss. «Es gibt nichts zu klagen.»

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