Es sind noch keine 50 Jahre verstrichen, seit im Gemeinderat der Vorschlag zur ersatzlosen Aufhebung des Grenchner Wochenmarktes laut wurde. Der damalige Motionär jedoch hatte damals nicht den geringsten Anschein einer Chance, und sein Vorstoss wurde mit seltener Einmütigkeit bachab geschickt. - In den letzten Jahrzehnten erlebte der Markt und mit ihm das werdende Zentrum Marktplatz eine eigentliche Renaissance. Heute, das ist sicher, würde ein solcher Vorstoss nie und nimmer mehr gewagt.

Massgebend zum Marktplatz beigetragen

Der Grenchner Markt ist nicht bloss uralt und erfolgreich, sondern unterstreicht Grenchens Wille zu stetem Bemühen, ein Zentrum zu schaffen, in dessen Kreis sich die Bevölkerung trifft, sich austauscht und neue Wege zur Gestaltung der gemeinsamen Zukunft sucht. In jüngster Zeit tat dies die Gruppe «Neues Grenchen» geradezu mustergültig. Die Mitglieder dieser Gruppe dürfen für sich in Anspruch nehmen, massgebend zum heutigen Marktplatz beigetragen zu haben.

Aus Kaspar Haupts Schrift erfahren wir, dass in Grenchen bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts, also noch vor der Französischen Revolution und dem Einmarsch der französischen Soldaten in Grenchen ein Jahrmarkt existierte. Der Autor, der sich auf das «Grenchner Jahrbuch» und natürlich auch auf das «Heimatbuch Grenchen» von Werner Strub berufen kann, schildert spannend das wechselhafte Schicksal des Grenchner Marktes.

Der Tiefpunkt der Geschichte des Grenchner Marktes wurde zweifelsohne am 9. Februar 1868 erreicht, als die Gemeindeversammlung einstimmig beschloss, den Markt gänzlich abzuschaffen. Diese «marktlose Zeit» dauerte in Grenchen genau bis zum 5. August 1870. An diesem Tag nämlich erlebte der Markt, so wir ihn kennen, seine Auferstehung.

Marktplatz prägte Grenchens Bild

In seiner Schrift konnte Kaspar Haupt zahlreiche Bilder veröffentlichen: Bilder aus der berühmten Heimatsammlung von Hans Kohler, Fotos aus dem Archiv von Oliver Menge vom «Grenchner Tagblatt» und natürlich Fotos aus seinem eigenen Fundus. Bereichert wird die Illustration mit einer Zeichnung von Peter Travaglini aus dem bibliophilen Werk «Die Brücke von Arch», das im Verlag der Galerie Toni Brechbühl erschien.