Grenchen

Elternabend über soziale Medien liefert Denkanstösse: «Gut zu wissen, dass man nicht allein ist»

Der Handy-Konsum von Jugendlichen war Gegenstand des Elternabends. (Symbolbild)

Der Handy-Konsum von Jugendlichen war Gegenstand des Elternabends. (Symbolbild)

Der Eltern- und Informationsabend «Soziale Medien» der Grenchner Schulen war gut besucht. Die Eltern hatten die Möglichkeit, sich mit Fachpersonen und untereinander über den Handy- und Tabletgebrauch ihrer Kinder zu diskutieren.

Die Sozialen Medien waren Gegenstand eines Eltern-und Informationsabends in der Aula des Schulhauses IV. Im Mittelpunkt stand dabei der Austausch zwischen den Eltern, aber auch mit diversen Fachpersonen. Über hundert Personen hatten sich eingefunden und zeigten somit eindrücklich auf, dass die gewählte Thematik tatsächlich interessiert.

Hirn und Handy: die Fakten

Die organisierende Schulsozialarbeit setzte auf einen Anlass mit partizipierendem Charakter. Nach einem kurzen Input zum Thema «Smartphone und Hirnentwicklung», in welchem die negativen wie die positiven Auswirkungen von regelmässigem Gebrauch von Handys oder Tablets aufgezeigt wurden, erhielten die Eltern ausgiebig Gelegenheit, mit Fachleuten und untereinander zu diskutieren.

An zehn Stationen standen Mitarbeitende der Schulsozialarbeit, der Fachstelle Perspektive (Sucht-und Jugendfragen), der Jugendpolizei, der Informatikabteilung der Stadt Grenchen, des Lindenhauses sowie die Pädagogische ICT-Koordinatorin der Schulen bereit, um vorgegebene Themen anzusprechen. Um diese Fragen und Aspekte ging es dabei: Was ist zu viel? Gesetzliche Fragen: Wann droht eine Anzeige? Umgang mit Online-Games. Smartphone und Lernen. Technische Hilfestellung. Regen und Grenzen des Online-Konsums in der Primarschule/an der Oberstufe. Nutzungsregeln zum eigenen Schutz. Cybermobbing.

«Wir wollten mit dieser Form versuchen, Hemmschwellen abzubauen. Es fällt einem einfach leichter, auf jemanden zuzugehen, den man schon einmal gesehen hat. Dazu war es uns auch wichtig, dass die Eltern ihre Erfahrungen einbringen können, gegenseitig in Dialog treten», erklärte Schulsozialarbeiterin Kathrin Hunn dazu.

Positives Feedback

Dies ist offensichtlich gelungen. In den diversen Gesprächsrunden wurde fleissig diskutiert, Fragen wurden gestellt, Erlebnisse ausgetauscht.

Der Anlass wurde von den Eltern denn auch positiv beurteilt. Es sei gut zu spüren, dass man mit den Problemen nicht alleine sei, lautete der Tenor. Einerseits kenne man nun die entsprechenden Ansprechpersonen, andererseits habe vor allem der Kontakt mit Eltern, die ähnliche Probleme haben, sehr gut getan.

«Denkanstösse erhalten»

«Klar muss man am Ende selber entscheiden, wie man das Ganze handhaben will. Es ist aber doch hilfreich, zu erfahren, wie andere Eltern mit dem Thema umgehen», lautete etwa ein Fazit. «Super wie der Anlass organisiert war. Dank der verschiedenen Stationen konnte man sich die Aspekte aussuchen, die einen wirklich interessierten», meinte ein weiteres Elternpaar.

Kurzweilig sei es gewesen, wurde auch vermerkt. »Ich war etwas skeptisch, als ich die Einladung erhalten habe wegen der Dauer von anderthalb Stunden. Dann ging aber die Zeit mit Gesprächen wie im Flug vorbei. Direkt Lösungen für gewisse Probleme habe ich zwar nicht erhalten, aber immerhin diverse Denkanstösse», erklärte ein Vater.

Zufrieden über den Anlass äusserte sich auch Gesamtschulleiter Hubert Bläsi: «Das Interesse der Eltern zeigt, dass ein brennendes Thema aufgeworfen wurde. Die Leute von der Schulsozialarbeit haben die Themenkreise gescheit zusammengestellt, so dass sich bestimmt jede(r) angesprochen fühlte». Wichtig sei auch, dass die Eltern auf ihre Vorbildfunktion angesprochen wurden.

Probleme wurden an diesem Abend wohl kaum gelöst, dafür aber Denkanstösse vermittelt, Kontakte geknüpft. «Nutzen Sie die Fachstellen, gehen Sie auf diese zu. Wir haben zwar auch keine Patentrezepte. Aber zusammen können wir bestimmt Lösungen suchen und finden,» gab Kathrin Hunn den Anwesenden in ihrem Schlusswort mit auf den Weg. Und vor allem: «Geniessen Sie zusammen mit ihren Kindern auch gemeinsame Offline-Zeiten.»

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