Grenchen

Elektroflugzeuge fliegen an der Smartflyer-Challenge über Grenchen

Am Wochenende flogen Elektroflugzeuge über Grenchen. (Symbolbild)

Am Wochenende flogen Elektroflugzeuge über Grenchen. (Symbolbild)

Am Wochenende hob an der Smartflyer-Challenge nicht nur Regierungsrätin Brigit Wyss in einem Elektroflugzeug ab. Erstmals wurde ein Preis für den weitesten elektrischen Flug nach Grenchen verliehen.

Den Tesla der Lüfte gibt es noch nicht. Während am Boden die Fraktion der elektrischen Autos sichtbar zunimmt, geht es am Himmel mit den E-Flugzeugen langsamer vorwärts. Dies nicht zuletzt, weil das Gewicht der Batterien in der Luft relevanter ist als am Boden. Weiter wirken sich die vielen einzuhaltenden Sicherheitsvorschriften erschwerend aus. Aber es gibt sie, die Pioniere der elektrisch angetriebenen Flugzeuge. Das zeichnete sich an der dritten Ausgabe der Smartflyer-Challenge auf dem Flughafen Grenchen deutlich ab. Jedes Jahr sind fliegerische Fortschritte zu verzeichnen und tauchen neue E-Flugzeug-Projekte auf.

Die längste Flugstrecke betrug 157,9 Kilometer

Die Smartflyer-Challenge soll auch den Charakter eines Wettbewerbs haben. Schliesslich bedeutet Challenge ja Herausforderung. So dachten sich die Organisatoren um Präsidentin Sandra Dubach die Verleihung der eTrophy aus. Es ist ein Preis für den längsten Flug mit elektrischem Antrieb nach Grenchen. Der Wettbewerb ist auf Anhieb gelungen und die Überraschung gross, dass gleich drei verschiedene Flugzeugtypen ausgezeichnet werden konnten.

Grosse Freude stand dem Team aus der Tschechischen Republik ins Gesicht geschrieben, als es zum Gewinner der eTrophy ausgerufen wurde. Mit einem Flug von Bad Ragaz nach Grenchen über 157,9 km legte der Motorsegler U-15E Phoenix die längste Flugstrecke mit elektrischem Antrieb zurück. Pilot Martin Stepanek strahlte, als er von Sandra Dubach den Siegerpreis in Empfang nehmen durfte. Er ist mit einem Preisgeld von 3000 Franken verbunden, gestiftet von der Firma Waterjet aus Aarwangen. Auf den zweiten Platz, dotiert mit 2000 Franken, kamen Marc Corpataux und Michel Barras, die gleich mit zwei Pipistrel Alpha Electro von Fribourg-Ecuvillens über 69,6 km nach Grenchen geflogen waren. Den dritten Preis (1000 Franken) konnte Sandra Dubach an Jürg Weiss überreichen. Er war mit dem eigenstartfähigen Elektro-Segelflugzeug Antares 20E vom Flugplatz Fricktal-Schupfart über 54,3 km in die Grenchner Witi geflogen.

Regierungsrätin ist «abgehoben»

Eine weitere Premiere gab es für Regierungsrätin Brigit Wyss. Die Volkswirtschaftsdirektorin flog zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Kleinflugzeug – und dies gleich in einem Elektroflugzeug. Sie dürfte damit auch die erste hohe Politikerin der Schweiz sein, die mit einem Elektroflugzeug geflogen ist. Leider war der magistrale Jungfernflug aus Gründen der Zulassung mit einem Flugzeug noch nicht möglich, welches ein Schweizerkreuz am Seitensteuer trägt. So sprang Pilot und eTrophy-Gewinner Martin Stepanek in die Lücke und führte die Regierungsrätin an Bord eines tschechischen Luftfahrzeugs über die schöne Landschaft des Jurasüdfusses, des Aaretals und des Bucheggbergs. «Es war sehr eindrücklich und schön», freute sich Brigit Wyss, als sie unter Applaus des Publikums – darunter Kantonsratspräsidentin Verena Meyer und Grenchens Stadtpräsident François Scheidegger – aus dem Flugzeug stieg.

Die Smartflyer-Challenge ist nicht nur ein Fly-in für Elektroflugzeuge, sondern auch ein Symposium. Hochkarätige Referenten beleuchteten in Vorträgen die verschiedenen Aspekte, um die Luftfahrt in eine Zukunft ohne Emission von CO2 zu führen. Dass der Grenchner Anlass eine nationale und internationale Bedeutung erlangt hat, zeigte auch ein Beitrag über die Smartflyer-Challenge am Samstagabend in der Hauptausgabe der SRF-«Tagesschau».
Auch weitere Premieren – neben der erstmaligen Vergabe der eTrophy und dem Flug der Politikerin – fehlten nicht: So wurde an der Smartflyer-Challenge beispielsweise zum ersten Mal der Prototyp des Traveler Hybrid öffentlich präsentiert. Das vierplätzige E-Flugzeug ist ein Projekt von Urs Villiger aus dem Kanton Zug und soll nächstes Jahr zum ersten Mal fliegen.

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