Den 600 Zuschauern im Velodrome Suisse wurde am ersten Donnerstagabend-Event der Saison die ganze, faszinierende Palette des Bahnrad-Sportes geboten: atemberaubende Sprints, spannende Verfolgungsrennen (Schweizer Meisterschaft), taktische Finessen und enge Entscheidungen.

Dazu kehrten zwei EM-Helden des letzten Jahres an die Stätte ihres Triumphes zurück; Schweizer Nachwuchshoffnungen präsentierten sich und ein Lokalmatador wuchs über sich hinaus. Am Start waren Fahrer aus 13 Nationen und vier Kontinenten.

Das EKZ Racing Team aus Hägendorf holte sich vor stimmungsvoller Kulisse den Schweizer-Meister-Titel in der Königsdisziplin über 4 Kilometer Mannschaftsverfolgung. Silber ging an das Team Bern und Bronze an das Team Romandie.

Dramatischer hätten die beiden Finals dabei nicht verlaufen können. Die Sieger-Mannschaft mit Olympiateilnehmer Théry Schir, Simon Brühlmann, Nico Selenati und Lukas Rüegg hatte in der Qualifikation bereits die absolut beste Zeit erzielt.

Die Berner gaben sich aber im Final kämpferisch, starteten wie die Feuerwehr und lagen schnell einmal drei Sekunden vor ihren Widersachern. Allerdings waren sie bereits nach dem ersten Kilometer nur noch zu dritt. Das rächte sich. Und schliesslich mussten sich Tristan Marguet, Gino Mäder, Joab Schneiter und Marc Hirschi gar einholen lassen.

Grenchner Lokalmatador Dritter

Im Kampf um die Bronzemedaille sah das Team Trainingsstützpunkt Zürich lange wie der sichere Sieger aus. Nach etwas mehr als drei Kilometern fiel das Team aber gänzlich auseinander und die von Olympionike Gaël Suter angeführte Equipe aus der Romandie konnte noch vorbeiziehen. Besagter Gaël Suter schaffte es auch in den Final der Sprinter.

Gegen Paul Nicholas aus Trinidad und Tobago, eine der grossen internationalen Nachwuchshoffnungen der Disziplin, zog er alle taktischen Register. Der Athlet aus der Karibik setzte sich mit seiner stupenden Explosivität aber schliesslich doch durch.

Apropos Nachwuchs. Daniel Babor (Tschechische Republik) holte sich den Sieg in allen drei ausgefahrenen Disziplinen (Punktefahren, Scratch, Ausscheidung). Allerdings profitierte er auch davon, dass sich die wohl grösste Schweizer Hoffnung, Marc Hirschi, mit der Elite mass und dort hinter Théry Schir den zweiten Rang (Ausscheidung) belegte, noch vor so renommierten Fahrern wie den beiden EM-Medaillengewinnern des letzten Jahres Claudio Imhof und Tristan Marguez.

Der Berner holte sich in diesem Jahr zusammen mit Partner Reto Müller den Weltmeistertitel im Madison der U-19-Kategorie und gewann an den Junioren-Europameisterschaften im Zeitfahren auf der Strasse die silberne Auszeichnung. Er stammt übrigens aus Ittigen, wo auch ein gewisser Fabian Cancellara beheimatet ist.

Für die einheimischen Zuschauer wurde das Punktefahren der Ü40-Kategorie zum Highlight. Lokalmatador Jan Swager van Dok, der für das im Velodrome ansässige Team Velo-Art startet, holte sich den feinen dritten Platz. Taktisch schlau hielt er sich lange zurück, eher er unter dem Jubel des Publikums fünf Runden vor Schluss zu einem schier unwiderstehlichen Schlussspurt ansetzte.

Ranglisten: www.velodromesuisse.ch