Den meisten Jugendlichen ist noch nicht ganz klar, wie ihre berufliche Zukunft aussehen wird. Einen Einblick in die Arbeitswelt erhalten sie aber jährlich an der Berufsmesse Grenchen Bettlach. Die Abschlussklassen von Grenchen und Bettlach stellten am Samstag zum sechsten Mal ihre zukünftigen Lehrbetriebe vor.

Über 100 Schülerinnen und Schüler der 9.-Klässler der SEK E und B ermöglichten mit ihrer Leistung die Messe. An über 70 Ständen standen sie Rede und Antwort und gaben den Interessierten, meist Schülern und Eltern, einen Einblick in ihre Berufswelt. Wer im Sommer keine Grundausbildung beginnt, der hatte trotzdem eine Aufgabe. Sie halfen bei der Planung und Organisation mit, unterstützten den Gastbetrieb oder betreuten Stände, denen Leute fehlten.

Zwei von ihnen waren Vaijeny Sivakumar und Xenia Kliem. Sie werden nach der obligatorischen Schulzeit die Kantonsschule besuchen und halfen daher beim BIZ-Stand aus. Wie alle Schüler, gestalteten auch sie ein informatives Plakat und setzten sich mit der Arbeit der Beratungsstelle auseinander, damit sie Fragen auch beantworten können.

Zuerst ein Praktikum

Gleich daneben betreute Jenny Hausner den Stand der Rodania. Sie schlägt den Weg zur Fachfrau Betreuung ein. Für sie war schon lange klar, dass sie einen sozialen Beruf erlernen will. Nach dem Schnuppern bei der Stiftung war sie aber hundertprozentig davon überzeugt. Wie in der Branche üblich, wird sie zuerst ein Praktikum absolvieren und anschliessend die Grundausbildung beginnen. In den zwei letzten Jahren stand sie auf der anderen Seite des Tisches und konnte von den Angaben der älteren Schüler profitieren. Sie war besorgt, keine Lehrstelle zu finden, und hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Kolleginnen und Kollegen aus den unteren Stufen zu beruhigen und ihnen ihre Ängste zu nehmen.

Kontakte zum Lehrbetrieb

Dass die Lehrstellensuche nicht immer einfach ist, das weiss auch OK-Chef und Lehrer Alain Schelling. Ihm fehlte ein regionaler Anlass, der verschiedene Berufsfelder abdeckt und die Jugendlichen bei der Berufswahl unterstützt. Bei vielen Anlässen können sich die Schüler nicht mit den Ausstellern identifizieren und sind dadurch überfordert. Daher hat er im Jahr 2014 die Berufsmesse ins Leben gerufen, zunächst nur in Bettlach, später vereint mit Grenchen. Es ist ein Tag, an dem die Schüler ihre Kollegen unterstützen. Die Hemmschwelle sinkt durch das persönliche Verhältnis, das die Jugendlichen untereinander haben.

«Der Tag ist für alle Klassen der Oberstufe von Vorteil. Die Abschlussklassen müssen sich vor dem Beginn der Lehre mit ihrem Lehrbetrieb und ihrer Arbeit auseinandersetzen und starten im Sommer nicht bei Null», so Schelling. In einer Projektwoche beschafften sie sich mithilfe der Schule und des zukünftigen Arbeitgebers die benötigten Informationen. Selbstsicher gaben sie das Erfahrene dann an die Jüngeren weiter.

Für die ersten zwei Oberstufen kann die Messe ein erster Kontakt mit einem potenziellen Arbeitgeber oder zumindest dem Berufsfeld bedeuten. Nirgends sonst können die jungen Gäste so viel auf kleinstem Raum erfahren und so einfach Schnupperlehren finden.
Dass die Berufsmesse geschätzt wird, zeigten die vielen Besucher und der rege Betrieb an den Ständen.