Die erste Colonia Libera Italiana entstand schon 1925 in Genf auf Initiative aus Italien geflüchteter Antifaschisten hin. Der Zusatz «Libera» wurde gewählt, um die Opposition zu Mussolinis faschistischem Regime, die ihre Macht auch auf italienische Emigrantenorganisationen im Ausland auszuweiten versuchte, zu unterstreichen. Später entstanden in verschiedenen schweizerischen Ortschaften weitere freie Kolonien, insbesondere nach dem 23. Juli 1943, der das Ende des faschistischen Regimes in Italien besiegelte.

Am 21. November 1943 trafen sich die Vertreter von zehn freien Kolonien, darunter auch die ebenfalls 1943 gegründete «Colonia Libera Italiana Grenchen». Zusammen gründete man eine nationale Vereinigung mit dem Zweck, die Aktivitäten der italienischen Immigranten zu koordinieren. Sie ist heute in Form eines Vereins organisiert und hat ihren Sitz in Zürich.

Am Festakt konnte Salvatore Bandiera, Präsident der Grenchner Colonia, eine Reihe Freunde aus verschiedenen italienischen Organisationen begrüssen: neben «Avis» die «Comitato Genitori, den italienischen Elternverein», den «Militelloclub» und die «Associazione Calabrese» sowie den Zentralpräsidenten der «Federazione delle Colonie Libera Italiana», Paolo Teboleti, sowie den Vertreter der Stadt Grenchen, Boris Banga mit Gattin.

«Als nationale Vereinigung mit mehr als 50 Lokalsektionen der freien italienischen Kolonien in der Schweiz bezweckt sie heute die allgemeinen Interessen der eingewanderten Arbeitnehmer in der Schweiz zu wahren» sagte Paolo Teboleti. Ihre Aufgabe sei es, soziale, kulturelle und der Unterhaltung dienenden Aktivitäten der Colonia Libere Italiana (CLI) und der angeschlossenen Vereine zu koordinieren; Initiativen zugunsten einer wirkungsvollen und aufrichtigen Zusammenarbeit zwischen dem CLI, den angeschlossenen Vereinen und den italienischen und schweizerischen Behörden und der schweizerischen Bevölkerung zu fördern und zu unterstützen.

«Mit der zunehmenden Integration der italienischen Bevölkerung, die in manchen Bereichen einen wesentlichen Einfluss auf das Leben in der Schweiz nahm, änderten sich auch die Bedürfnisse der italienischen Bevölkerung in der Schweiz», äusserte sich Teboleti. «In diesem veränderten Umfeld ist die FCLIS heute nicht mehr nur eine Vereinigung im Dienste italienischer Einwanderer, sondern setzt sich unter anderem für deren Nachfahren auch für die Erhaltung der italienischen Kultur und der Verbindung zu ihrem Ursprungsland ein».