Einen Erfolg kann CSL Behring  hinsichtlich ihres Aufstockungsprojektes in Lengnau vermelden. Wenn es nach dem Regierungsstatthalter in Biel geht, kann das Produktionsgebäude des neuen Pharmawerks im Lengnaumoos um zwei Stockwerke erhöht werden. Laut einer Meldung des Lokalsenders Canal 3, welche der Regierungstatthalter gegenüber dem Bieler Tagblatt bestätigte, hat das Statthalteramt die Aufstockung bewilligt. Es waren drei Einsprachen eingegangen.

Die Fabrik in Lengnau befindet sich noch immer im Bau. Die Aufstockung ist innerhalb der bewilligten Überbauungsordnung grundsätzlich möglich, erfordert aber eine weitere Baubewilligung.

Die Einsprecher haben nun 30 Tage Zeit, um die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern als nächste Instanz anzurufen.

Direkt in die Kläranlage

Auch am Standort Bern wird CSL Behring immer grösser. Das Industrieabwasser des Biotechnologieunternehmens CSL Behring AG am Standort Bern fliesst neu durch einen fast vier Kilometer langen, unterirdischen Stollen direkt zur ARA Region Bern in Bern-Neubrück. Das macht jährlich rund 240 Lastwagenfahrten überflüssig und sorgt bei der ARA für eine Steigerung der Biogasproduktion.

Wie die CSL Behring mitteilte, ist das Bauwerk am letzten Wochenende nach 24-monatigen Bauarbeiten eingeweiht worden. Es besteht ausser aus der Leitung aus einer separaten Aufbereitungsanlage für das CSL-Behring-Industrieabwasser auf dem Areal der ARA Neubrück.

Sempachpark wieder offen

Zudem ist unterhalb des Sempachparks im Berner Wankdorfquartier ein unterirdisches Auffangbecken gebaut worden. Es dient dazu, das unregelmässig anfallende Abwasser der CSL Behring AG kontinuierlich in Richtung ARA Bern weiterzuleiten. Am Montagabend stand die Wiedereröffnung dieses Parks auf dem Programm, der während der Bauarbeiten gesperrt war. Im Berner Wankdorfquartier stehen die Produktionsanlagen von CSL Behring.

Bisher floss das CSL-Behring-Abwasser in die normale Abwasserreinigungsanlage der ARA Region Bern. Der Alkohol, der in den Produktionsprozessen der CSL Behring eine wichtige Rolle spielt, wurde per Lastwagen in die ARA Region Bern geführt.

Gut ein Viertel mehr Biogas

Beat Ammann, Direktor der ARA Region Bern, sagte auf Anfrage, die neue, optimierte Zuführung des CSL-Behring-Abwassers nach Bern-Neubrück werde die Biogasproduktion wohl um zirka 500 bis 600 Kubikmeter Gas pro Stunde steigern. Das sei seine Schätzung. Derzeit produziert die ARA Region Bern 1500 bis 2000 Kubikmeter pro Stunde. Dieses Biogas wird unter anderem für den Antrieb von Bernmobil-Bussen verwendet.

Gekostet hat der Bau des unterirdischen Stollens mitsamt Aufbereitungsanlage in Bern-Neubrück und Auffangbecken in Bern-Wankdorf rund 13,5 Millionen Franken. Die ARA Region Bern wird diese Kosten CSL Behring in Form von Gebühren überwälzen. CSL Behring produziert in Bern Medikamente. In Bern arbeiten über 1500 Menschen für CSL Behring. Aus der Medikamentenproduktion resultiert eine Abwassermenge, welche nach Angaben von CSL Behring jener von 100'000 Personen entspricht.