Gemeinderat Grenchen

Einsprache gegen Erotikbetriebe

Bordell an der Bielstrasse Grenchen

Bordell an der Bielstrasse Grenchen

Der Grenchner Gemeinderat möchte die Änderungen im kantonalen Wirtschaftsgesetz benutzen, um das Rotlicht-Milieu an der Bielstrasse einzudämmen.

So genannte Sexarbeit ist neuerdings bewilligungspflichtig. Damit der Kanton die Betriebsbewilligung erteilt, muss eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegen. Die Bordelle im Kanton haben begonnen, ihre Tätigkeit mit Baugesuchen so abzustützen. Auch zwei Etablissements, die schon länger an der Bielstrasse aktiv sind, haben entsprechende Gesuche auf Nutzungsänderung von Wohnen auf Gewerbe gestellt. Dagegen erhob der Stadtpräsident Einsprache und der Gemeinderat stützt diese jetzt.

Begründet wird die Einsprache mit dem Umstand, dass sich die beiden Rotlichtbetriebe in unmittelbarer Nachbarschaft von mehreren Schulhäusern befinden. «Erotikbetriebe sind an dieser Lage nicht zonenkonform», meinte CVP-Fraktionschef Matthias Meier-Moreno. «Es ist Zeit für Lichterlöschen bei den roten Lampen.» Der Gemeinderat unterstützte die Einsprache einstimmig.

Senioren mit Grenchen zufrieden

Im vergangenen Herbst hat Pro Senectute eine Umfrage zur Lebensqualität in Grenchen für Rentnerinnen und Rentner durchgeführt. Pro Senectute-Geschäftsführerin Ida Boos hat gestern den Gemeinderat über die Resultate der Befragung orientiert.
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Grenchner Senioren mit der Stadt im Allgemeinen sehr zufrieden sind. «Die Seniorinnen und Senioren lieben die Stadt Grenchen», sagte Boos in ihrer Schlussbilanz an den Gemeinderat. Auch seien die Gesundheits- und Beratungsdienste der Stadt sehr gut bekannt.

Offenbar sehen die Senioren etliches anders - positiver - als viele Grenchner sonst. Speziell erwähnt werden nämlich die guten Einkaufsmöglichkeiten, gute Busverbindungen, der Marktplatz und der Flugplatz. Speziell und mehrfach gelobt werden auch die Bepflanzungen von Stadtgrün und die generelle Lage mit der Nähe zur Natur (Berg, Aare) und das Freizeitangebot (Badi, Kultur, Sport).

Bushüsli fehlen

Verbesserungen werden aber durchaus geortet, so werden mehrfach fehlende Unterstände an den Busstationen kritisiert, speziell an der Drehscheibe Südbahnhof. Auch der Fahrstil der Buschauffeure wird kritisiert, der Zustand der Trottoirs, der Bodenbelag beim Zytplatz und beim Mazzinipark, fehlende «zumutbare Sitzgelegenheiten im Schatten» oder die Verkehrssituation auf der Marktstrasse.
Es wurden 2850 Fragebögen versandt, die Rücklaufquote lag mit 13 Prozent über den Erwartungen (10 Prozent). Allerdings haben deutlich mehr Frauen (63 Prozent) als Männer (37 Prozent) den Fragebogen ausgefüllt. Auch Kurt Boner, Chef der Sozialen Dienste Oberer Leberberg, teilte den Eindruck, dass Grenchen in Sachen Angebote für Senioren vorne dabei ist. Insbesondere das stationäre Angebot sei «kantonsweit einzigartig».

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