1.Mai in Grenchen
Einiges wurde erreicht - es warten neue Herausforderungen

An der wiederum von den Sozialdemokraten aus Grenchen und Lengnau sowie der Gewerkschaft Unia organisierten 1. Mai-Feier in der Alten Turnhalle war die frisch gewählte Regierungsrätin Susanne Schaffner die Hauptrednerin.

André Weyermann
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Susanne Schaffner bei ihrer Ansprache
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Susanne Schaffner im Gespräch mit den Grenchnern.
Susanne Schaffner im Gespräch mit den Grenchnern.
Die D'Jabahe-Band
Die D'Jabahe-Band
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai 2017 in Grenchen
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.
1. Mai-Umzug Grenchen.

Susanne Schaffner bei ihrer Ansprache

Hanspeter Bärtschi

Grechens SP-Präsident Remo Bill sprach in seiner Begrüssung ein engagiertes Plädoyer für die Aufrechterhaltung der 1. Mai-Feiern aus; gerade auch in Grenchen, die als Stadt der Arbeiter gross geworden sei. Er appellierte bereits jetzt an die Unterstützung der SP-nahen Kreise, um bei den anstehenden Gemeinderatswahlen einen Sitzgewinn realisieren zu können, gegen eine bürgerliche Gegnerschaft notabene, welche verschiedene «Päckli» geschnürt hätte.

Auch Susanne Schaffner betonte, dass es den 1. Mai als Tag der Solidarität mehr denn je brauche. Auch wenn es nicht zuletzt im Kanton Solothurn in der letzten Zeit ermutigende Anzeichen gegeben habe, bestünden immer noch Ungerechtigkeiten. Am heutigen 1. Mai gelte es, einige davon herauszugreifen.

«Ungerecht ist, dass gerade ältere Arbeitnehmende Angst um ihren Job haben, denn die Arbeitslosigkeit von über 55-Jährigen nimmt im Gegensatz zu den Jüngeren zu», meinte sie. Es sei ungerecht, unsozial und trotzdem kein Einzelfall, dass Arbeitgeber Arbeitnehmende auch nach langjährigen Arbeitsverhältnissen im Alter entliessen: Diese hätten dann meist keine Chance auf eine neue Stelle, Sozialhilfe drohe.

«Ungerecht ist auch die Tatsache, dass Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen benachteiligt sind in der heutigen Arbeitswelt», führte Susanne Schaffner weiter aus. Ebenso geisselte sie unbegründete Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern und die Tatsache, dass faire Löhne und eine gerechte Altersvorsorge für alle nicht gewährleistet seien. Sie untermauerte ihre Ausführungen mit Beispielen aus ihrer Berufs-Erfahrung als Anwältin. Und

sie probte auch den Brückenschlag: «Für gescheite Lösungen braucht es uns alle. Der Staat kann nicht alles auffangen.» Auch die Wirtschaft müsse Verantwortung übernehmen.

Ivano Marraffino, Leiter Unia Sektion Kanton Solothurn, warnte ebenfalls davor, sich angesichts der Fortschritte, die man in den letzten über 100 Jahren erreicht hätte, einfach zurückzulehnen. «Hart erkämpfte Errungenschaften der Arbeitnehmenden werden heute massiv attackiert. Die politische Rechte ist seit den letzten eidgenössischen Wahlen übermütig», warnte er. Und trotz den Niederlagen, die sie kürzlich eingesteckt hätten (Unternehmenssteuerreform III, Altersvorsorge 2020, diverse kantonale Wahlen), würden sie nichts lernen und munter weitermachen, blind ihrer neoliberalen Agenda folgend. «Um sie zu stoppen ist unsere Rolle als Arbeitnehmer und Gewerkschaft entscheidend», folgerte er.

Umrahmt wurde die Feier von der Jabahe-Band. Die aus behinderten und nichtbehinderten Musizierenden zusammengestellte Combo nahm die Anwesenden auf eine tolle musikalische Reise in verschiedene Länder mit.