Stadtbummel Grenchen
Eine Torhüter-Hochburg

André Weyermann
André Weyermann
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Nur einer von mehreren Grenchner Top-Goalis: Marco Wölfli.

Nur einer von mehreren Grenchner Top-Goalis: Marco Wölfli.

Oliver Menge

Es war ein «gefröiter» Anlass, als Marco Wölfli letzte Woche von der Stadt offiziell geehrt wurde. Bekanntlich hat der Meister-Torhüter seinen Lebensmittelpunkt vor einiger Zeit nach Köniz verlegt. Doch die beiden Städte verbindet noch mehr. Denn nachdem Grenchen 2008 mit dem Wakkerpreis bedacht wurde, zog die viertgrösste Berner Gemeinde 2012 nach.

Stadtplaner und damit einer der Hauptverantwortlichen für diese Ehrung war Thomas Furrer. Klingelts? Genau: Thomas Furrer amtete als SP-Präsident in Grenchen, zudem vertrat er die Partei in der Bau-, Planungs- und Umweltkommission. Anfangs 2013 verliess er die Stadt, da er in Rapperswil-Jona (SG) in den Stadtrat (Exekutive) gewählt worden war. Im September 2016 wurde er übrigens vom Stimmvolk glanzvoll im Amt bestätigt.

Aber bleiben wir bei den Torhütern. Nicht weniger als fünf Grenchner oder Spieler, die für den FCG die Fussballschuhe schnürten, wurden in die Nationalmannschaft berufen. Marco Wölfli brachte es auf elf Einsätze, ebenso Philipp Walker. Am meisten? Nein, es handelt sich nicht um den «schwarzen Panther». Erwin Ballabio stand 27 Mal zwischen den Pfosten der «Nati». Sieben Einsätze mehr konnte «der Mann im grünen Pullover», Charly Elsener, verbuchen (1963-65 beim FCG).

Schliesslich erhielt auch Martin Affolter einmal ein Aufgebot für ein Länderspiel. Der 50-Jährige spielte in den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts für den FCG, ehe ihn Trainer Umberto Barberis nach Lausanne lockte. Der Leuziger Holzbau-Unternehmer ist kürzlich in den Schoss des Schweizerischen Fussballverbandes zurückgekehrt. Seit anfangs dieses Jahres fungiert er als Torhüter-Trainer der Nachwuchsteams.

Oft sind ja gerade die Keeper Baumeister des Erfolges. Interessanterweise finden sich in den Annalen des FC Grenchen gleich drei Architekten, die zu erfolgreicheren Zeiten das Tor hüteten: Hansruedi Gribi, Hans Peter Gutknecht und Carlo Campoleoni. Letzterer hat sich in unserer Stadt mit dem Bau der Stadion-Tribüne ein Denkmal gesetzt, verletzte sich aber just vor dem legendären Cup-Final von 1959. Sein 17-jähriger Ersatzmann wurde als zu unerfahren befunden. Man holte den 41-jährigen Ballabio aus dem fussballerischen Ruhestand zurück. Der 17-Jährige hiess ... Hans Peter Gutknecht. Sein berufliches Glanzstück ist die Tennishalle.

Der erfolgreichste Torhüter indes, der je in Grenchen gewirkt hat, ist Hubert Kostka (Trainer 1989-93). Er holte sich mit der polnischen Mannschaft an den Olympischen Spielen in München (1972) die Goldmedaille.

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