Theater
Eine theatralische Herausforderung für «Bärgbrünnler»

Zurzeit erarbeitet der Grenchner Jodlerklub Bärgbrünnli wieder eine Produktion mit geschichtlichem Hintergrund: «Ds Vreneli ab em Guggisberg». Im November ist Aufführung im Parktheater.

Kaspar Haupt
Drucken
Teilen
Die «Bärgbrünnler»

Die «Bärgbrünnler»

Solothurner Zeitung

Der Jodlerklub Bärgbrünnli hat sich in seiner langen Theatertradition wieder einem Singspiel zugewandt. Da kein Lied mit der schweizerischen Volksseele so verwurzelt ist wie die alte Weise von der unerfüllten Liebe zweier junger Menschen aus dem Schwarzenburgerland, entschloss man sich, das älteste noch bekannte Volkslied «Ds Vreneli ab em Guggisberg» nach der Singspielfassung von Hans Rudolf Balmer aufzuführen. Die Musik stammt aus der Feder von Ernst Rupprecht, oder die Volkslieder wurden zumindest von ihm bearbeitet. Zugeschnitten auf die gesanglichen und musikalischen Möglichkeiten des Jodlerklubs Bärgbrünnli, wurden zusätzlich je eine Komposition von Robert Fellmann, Peter Künzi und Jürg Röthlisberger, Letztere als Uraufführung, eingeflochten.

Wahre Grundlage

Das traurige Guggisberglied basiert auf einer wahren Handlung, die in den Jahren 1660– 1670 passierte. Erzählt wird die tiefgründige Liebesgeschichte von einem Vreneli aus Guggisberg. Ihr

Melodie wird Symbol

Das Guggisberglied wurde bereits 1741 erwähnt und 1756 weist der Basler «Helvetischer Patriot» auf die Liebesgeschichte der schönen Alpmeyerin ab dem Guggisberg hin. Verschiedenen Quellen zufolge soll in alten Zeiten bei Schweizer Regimenten in fremden Kriegsdiensten (König von Neapel) die Todesstrafe auf das Absingen des Liedes gestanden haben, weil Text und Melodie das Heimweh förderten. Durch die von Otto von Greyerz 1907 verfasste Liedgutsammlung «Röseligarte» gelangte das Lied in aller Leute Munde und hat nichts von seiner Beliebtheit verloren. (khg)

Eine logische Erklärung für den zeitlichen Zwischenraum zum letzten Singspiel (Dursli und Babeli) bis zur Aufführung des «Ds Vreneli ab em Guggisberg» liegt darin, weil solche Inszenierungen hart an die Grenzen der Leistungsfähigkeit der Mitglieder stossen, von der zu investierenden Probezeit gar nicht zu sprechen. Doch man ist überzeugt, dass alle Aktiven wieder mit Stolz und Befriedigung daran zurückdenken werden, für den Jodelgesang und das traditionelle Kulturgut einen wesentlichen Beitrag geleistet zu haben.

Die musikalische Leitung hat Verena Uhlmann. Jürg Röthlisberger, Akkordeon, obliegt das Arrangieren der Chor- und Tanzbegleitung. Zusammen mit Lilian Fluri, Violine, Rahel Studer, Bass, und Andreas Wenger, Schwyzerörgeli, bildet sich das Instrumentalensemble. Die Figur des Vreneli verkörpert Andrea Ryser, die des Hans Joggeli, Patrick Schreiber. Beide sind Mitglied des «Bärgbrünnli».

Erfahrener Regisseur

Seit Januar proben die Rollenträger, der Jodlerklub Bärgbrünnli, ein Frauenchor und ein gemischter Chor sowie die involvierten «chline Bärgbrünnler» die Theaterszenen unter der Regie von Heinz Sollberger, einem erfahrenen Regisseur aus Leidenschaft. Er wird assistiert von Markus Altermatt.

Trotz vielen überlieferten Textvarianten blieb die unverkennbare Melodie meist dieselbe. Sie wurde aber in späterer Zeit mit einem Dur-Jodelmelodie-Refrain ergänzt. Viele Strophen gehören heute zum Gemeingut der Volkspoesie und finden sich als Wanderstrophen in vielen alten Volksliedern wieder.

Der Vorverkauf findet seit gestern im Büro der BGU statt.

Aufführungen im Parktheater Grenchen: Sa, 13., und Sa, 20. November, jeweils 20 Uhr. Sonntag, 21. November, um 14.30 Uhr.