Gemeinderat Grenchen
Eine Stadtbaumeisterin für Grenchen

Einstimmig hat der Gemeinderat Grenchen für die ehemalige Berner Kantonsbaumeisterin Drazenka Dragila-Salis als neue Stadtbaumeisterin gestimmt.

Andreas Toggweiler und André Weyermann
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Die Stadt Grenchen hat eine neue Stadtbaumeisterin

Die Stadt Grenchen hat eine neue Stadtbaumeisterin

Oliver Menge

Eine Frau wird Stadtbaumeisterin in Grenchen. Wie bereits kurz berichtet, hat der Gemeinderat am Dienstag Drazenka Dragila-Salis (54) gewählt. Sie leitete bis vorKurzem die Abteilung Immobilien der ETH Zürich. Zuvor war sie während gut eines Jahres Leiterin des Amtes für Grundstücke und Gebäude im Kanton Bern und zuvor Leiterin des Amtes für Baubewilligungen der Stadt Zürich.

Die neue Stadtbaumeisterin Drazenka Dragila-Salis.

Die neue Stadtbaumeisterin Drazenka Dragila-Salis.

«Am Job in Grenchen hat mich vor allem die grosse Vielfalt der Tätigkeiten gereizt», sagt Dragila zu ihrer Motivation. Sie habe bisher eher fachlich spezialisiert gearbeitet. Das Spektrum als Stadtbaumeisterin reiche von Baubewilligungen und Bauherrenvertretung über Grünflächen und Verkehr bis zur Stadtplanung. All dies gepaart mit einem umfassenden Führungsjob. Interessant in Grenchen sei auch der direkte Dialog mit dem Gemeinderat, wo man die Geschäfte selber vertreten könne.

Dragila ist in Osijek in Kroatien aufgewachsen und diplomierte Ing. Architektin der Universität Zagreb mit Nachdiplomstudien im Immobilienmanagement und im Umweltschutzbereich. Nach dem Studium hat sie als Projekt- und Ressortleiterin in der Privatwirtschaft und bei der öffentlichen Hand gearbeitet, so für die Baudirektion des Kantons Zürich, für eine Versicherungsgesellschaft in Basel und ein grosses Architekturbüro in Zürich. Drazenka Dragila-Salis ist verheiratet, Mutter eines Sohnes und lebt in Baden. Sie wird nach Grenchen pendeln.

Defizit verkleinert

An seiner Sitzung vom Dienstag hat der Gemeinderat mit diversen Massnahmen, vor allem Sparmassnahmen, aber auch solchen, die mehr Geld in die Kasse der Stadt spülen sollen, das Defizit des Budgets 2017 auf neu 4,131 Mio. Fr. verbessern können.

Neben den bereits erwähnten Massnahmen (vgl. gestrige Ausgabe) wurde auch der Tarif für den Standplatz Fahrende erhöht und der Beitrag an So!mobil leicht gekürzt. Einsparungen erhofft man sich für die Zukunft (noch nicht für das Budget 2017) auch von einer externen Überprüfung der Organisation der Sozialen Dienste Oberer Leberberg (SDOL) und auch die Repla (Regionalplanung Grenchen-Büren) steht auf dem Prüfstand. Kürzungen beim Beitrag an die offene Jugendarbeit sind ebenfalls geplant.

Schliesslich möchte man eine höhere Dividende bei der GAG erwirken, was 200 000 Franken Mehreinnahmen bringen würde. Auf Antrag der SP sollen künftig sämtliche Abteilungen der Stadtverwaltung, die Kommissionen (auf die neue Legislatur hin) sowie die Kosten für den Strassenunterhalt unter die Lupe genommen werden.

GPK statt RPK

Der Gemeinderat hat im Weiteren zumindest teilweise über die Zukunft der bisherigen Rechnungsprüfungskommission (RPK) entschieden. In einer Vorlage, welche auf ein FDP-Postulat (Erstunterzeichner Alexander Kohli zurückgeht), wurde vorgeschlagen, die Aufgabe Rechnungsprüfung vollständig an eine externe Fachstelle zu übertragen.

Dies wurde einstimmig so beschlossen. Eigentlich hätte die RPK auch noch die Aufgabe, die ordnungsgemässe Geschäftsführung der Stadtverwaltung zu prüfen. Diese Aufgabe hat sie in den letzten Jahren aus diversen Gründen kaum mehr wahrnehmen können.

Deshalb soll sie nun durch eine Geschäftsprüfungskommission (GPK) ersetzt werden. Angesichts der Komplexität der Materie und der fortgeschrittenen Zeit hat der Gemeinderat entschieden, diesen Aspekt des Geschäftes an einer nachfolgenden Sitzung zu verhandeln.

Sammelstellen statt Sammlung

Schliesslich informierte der interimistische Leiter der Baudirektion, Heinrich Roos, über einen weiteren Vorschlag im Rahmen von «EffiBau». Geplant ist nämlich, die monatlichen Altglassammlungen nicht mehr durchzuführen.

Stattdessen sollen dezentrale Glassammelstellen entstehen (Allerheiligenstrasse, Lingeriz, Güterstrasse, Niklaus Wengistrasse, Kastels-strasse). Man erhofft sich damit Einsparungen in der Höhe von etwas über 80 000 Franken. Die Behörden werden zu einem späteren Zeitpunkt darüber zu befinden haben.