Büren an der Aare
Eine Schulklasse lernt die Pflanzenwelt in der Baum-Schule kennen

Vom 1. bis zum 18. September lernen Schülerinnen und Schüler in über 60 gärtnerischen Betrieben die Pflanzenwelt aus erster Hand kennen. Die Baumschule Lehmann in Büren an der Aare hat an dieser Aktion teilgenommen.

Debora Scherrer
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Nelly Lehmann von der Baumschule Lehmann in Büren erklärt den Schulkindern wissenswertes über Grünpflanzen
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Bürener Schulkinder zu Besuch in der Baumschule
Ich weiss es!
Wie riecht denn das?
Tasten, fühlen, schmecken
Die Sträucher wachsen in Kübeln auf

Nelly Lehmann von der Baumschule Lehmann in Büren erklärt den Schulkindern wissenswertes über Grünpflanzen

Debora Scherrer

Die dritte Schulklasse von Fränzi Breitinger trifft um 9 Uhr in der Baumschule Lehmann ein. Nelly Lehmann führt die Kinder durch die Gärtnerei und erklärt ihnen Wissenswertes über die Pflanzen und die Arbeit in einer Baumschule.

Die Baumschule Lehmann wurde 1946 von Alfred Lehmann direkt neben der alten Aare gegründet. Das entpuppte sich als idealer Standort weil die Baumschule so mit dem Wasser der Aare bewässert werden kann. Damals wurden die Stauden und Bäume direkt in die Erde gepflanzt und nicht wie heute in Töpfe, erzählt Nelly Lehmann. Der Mitarbeiterbestand von einst 2-3 ist mittlerweile auf 25 bis 30 angewachsen.

Erstaunt hören die Schülerinnen und Schüler, dass es nicht einfach Gärtner sind, die hier arbeiten, sondern Baumschulisten, Topfpflanzengärtnerinnen, Staudengärtnerinnen und sogar Mechaniker.

Berühren und riechen

Als erstes geht’s ab ins Gewächshaus. Hier befinden sich die Zimmerpflanzen und solche die es gerne warm haben. Beim kleinen Weiher lernen die Kinder die Fleisch fressenden Pflanzen kennen. Fasziniert probieren sie es aus, wie sich die Blätter bei Berührungen schliessen oder erkunden die Trichter, welche die Fliegen zum Hineinkriechen einladen.

Vor dem Gewächshaus steht der Saisonflor, der wie der Name sagt, die jeweiligen Pflanzen der Saison beinhaltet. Hier befinden sich die Kräuter und Gemüse. Die Schülerinnen und Schüler werden von Nelly Lehmann dazu aufgefordert diese zu berühren und an ihnen zu riechen. Das Gras welches Lehmann den Kindern präsentiert, riecht nach Knoblauch und heisst Schnittknoblauch.

Doch das sei nur der deutsche Name, erklärt Lehmann. Denn wer eine Ausbildung im Pflanzenbereich machen will, muss die botanischen Namen lernen. Dieser werde dann jedoch auch in Südamerika oder Asien verstanden. Die Kinder machen grosse Augen als Lehmann erzählt, dass sie für ihre Ausbildung zur Staudengärtnerin die botanischen Namen von 750 Pflanzen lernen musste.

In der Erde wühlen

Am Ende der Führung dürfen die Wissbegierigen noch selber etwas pflanzen. Eingetopft werden keine Samen, sondern Jungpflanzen die von Grösseren stammen. Die Kinder können auswählen, ob sie lieber eine Zimmerpflanze, Kräuter oder eine Jungstaude mit nach Hause nehmen.

Die Aktion «Schule in der Gärtnerei» wird von JardinSuisse, dem Unternehmerverband der Gärtner Schweiz organisiert. Durch den Unterricht in der Gärtnerei soll das Interesse an der Blumen- und Pflanzenwelt geweckt werden. Indem die Kinder selber Hand anlegen dürfen, soll die Faszination für die Gartenwelt bis nach Hause nachwirken. Zudem soll das Verständnis für die Ökologie gefördert werden.