Im ehemaligen SWG-Gebäude am Marktplatz kann man sich diese Woche noch bis Sonntag täglich auf eine Reise in die Milchstrasse und andere Galaxien begeben. Die Stiftung Jurasternwarte feiert ihr vierzigjähriges Bestehen und hat zu ihrem runden Geburtstag eine Ausstellung auf die Beine gestellt.

Die Gäste können die Geschichte der Stiftung entdecken, alte und neue Apparaturen bestaunen, durch gebastelte Teleskope schauen, Filme verfolgen und eine Reihe ausgewählter Fotografien aus vierzig Jahren betrachten.

Verpflegen kann man sich mit Getränken und passend mit den Schokoriegeln «Milky Way» und «Mars». Die anwesenden Mitglieder des Vereins Astrogruppe Jurasternwarte und der Stiftung geben sehr gerne Auskunft und führen durch die Ausstellung. So auch Stiftungsrats-Vizepräsident Franz Conrad, der praktisch an allen Ausstellungstagen mit dabei sein wird und der, wenn gewünscht, gut eine ganze Stunde mit spannendem Faktenwissen und Anekdoten füllt.

Von Kometen und Feriendestinationen

Letzten Samstag startete die Ausstellung, die jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist. Der Ansturm blieb bei dem schönen Badewetter aus. Die Mitglieder der Jurasternwarte führen jährlich mehrere Anlässe durch und halten viele Führungen zum Thema. Momentan sind rund 20 Mitglieder jeden Alters in der Astrogruppe.

Auch Bestandteile von Kometen und Planeten sind ausgestellt. Auf einem auf der Erde gefundenen Stückchen Stein des Mars wurden Strukturen entdeckt, die an ein Bakterium erinnern. Den Twannberg haben Astronomen einst mit Metalldetektoren nach Kometenbestandteilen abgesucht und ein ganzes Streufeld von solchen Teilchen gefunden. «Für die Beobachtung eines Kometen hat man meistens nicht so viel Zeit», erzählt Conrad. «Manchmal nur ein paar Tage. Da entbrennt dann bei uns Astronomen Hektik, vor allem wenn die Wetterlage unsicher ist.» Der Hale-Bopp-Komet konnte aber eineinhalb Jahre lang betrachtet werden, doch auf seine Rückkehr muss lange gewartet werden: nämlich 2000 Jahre.

Die Astronomen richten nicht selten ihre Feriendestinationen nach den Sternen oder der Sonnenfinsternis. «Wir nehmen immer wieder entsprechende Geräte mit», so Conrads Ehefrau Margrit. Da diese viel wögen, müsse man immer genau planen, was sonst noch alles mit dürfe.

Es kam durch Kontakte zustande

Der Spatenstich der Jurasternwarte erfolgte 1975, ein Jahr später fand die Inbetriebnahme statt. Das Ganze kam zustande, da mit Gerhart Klaus und Erich Wolf zwei Astronomie-Begeisterte aufeinandertrafen. Zusammen wurde ein Fernrohrspiegel geschliffen und schliesslich ein 30-cm-Teleskop gebaut. «Das muss auf den Berg!», fand Klaus dazumal und so entstand die Idee, die Sternwarte zu bauen. Klaus kümmerte sich um das Technische und damit um den Bau, während Wolf das Geld organisierte: Mit seinen vielen Kontakten bei der Gemeinde, den Industriellen, Privaten, Gewerblern und dem Kanton schaffte er es, genügend Personen für das Projekt zu begeistern.

Damals gehörten vor allem Vertreter aus diesen Bereichen dem Stiftungsrat an, heute sind es Mitglieder der Astrogruppe. Die Sternwarte auf dem Grenchenberg wurde jeweils der Zeit entsprechend etwas erneuert, auch Instrumente wurden wenn nötig ausgetauscht oder ersetzt. 2015 und 2016 schaffte man sich neue Instrumente, zwei neue Teleskope und eine neue Kamera, im Wert von 80 000 Franken an, um auf dem aktuellen technischen Stand die Sterne betrachten zu können.

Die Sternwarte verabschiedete sich bei den letzten Anschaffungen vom Schmidt-Teleskop, das noch mit analoger Kamera funktioniert. Conrad: «Der letzte Herr der Schweiz, der diese Aufnahmen entwickeln konnte, ging letztes Jahr in Pension.»