Tennismeisterschaften

Eine ockerfarbene Sportoase im Grünen

Konzentration und Einsatzbereitschaft am Netz.  tru

Konzentration und Einsatzbereitschaft am Netz. tru

Tennisbälle fliegen über die Netze, Sätze und Match um Match geschlagen: An den Wochenenden geht es derzeit hoch her auf den Plätzen an der Staadstrasse.

Es ist Samstag. Die Parkplätze sind alle belegt. Sonnenschirme dominieren das Bild neben den Spielplätzen. Der Tennisclub bestreitet mit 17 Mannschaften die diesjährige Interclub-Meisterschaft. Aktuell zählt der Klub 412 Mitglieder, 130 spielen in der Meisterschaft. Das Turnier zieht sich über mehrere Wochenenden hin. Die Mannschaften der diversen Ligen sind in 4er-Gruppen eingeteilt, welche gegeneinander spielen. Es wird in sechs Einzelspielen und drei Doppelspielen um neun Punkte gekämpft. Die beiden bestplatzierten Teams bestreiten Aufstiegsspiele, die beiden andern Teams kämpfen um den Abstieg in eine tiefere Stärkeklasse.

Verschwitzt eilt Chris Edtmeier zur Dusche. Eben hat er sein Spiel gewonnen. Er spielt im Tennisclub Grenchen in der 1.-Liga-Mannschaft bei den Jungsenioren. Seine Mannschaft liegt 4:2 in Führung, für die Doppelpartien ist der aus Österreich Stammende zuversichtlich. Er arbeitet als Tennislehrer. Vor dem Restaurant genehmigt sich eine Gruppe ein Glas. Die siegreichen Grenchner Senioren, die in der 2. Liga spielen, haben ihren Gegner aus Bellach gebodigt. Freundschaftlich stösst man an, und die Heimmannschaft lädt die Gegner zum Essen ein, so will es die Regel. Ein Flugzeug brummt vorbei, jemand eilt mit einer Giesskanne zu neu gepflanzten Blumen.

Fabrikant hat Grundstück dem Tennisclub geschenkt

Hie und da brandet Applaus von sachkundigen Zuschauern auf. Der Präsident, Rolf Lüdi, erzählt von der Entstehung dieser einzigartigen, inmitten der Landwirtschaftszone liegenden Sportstätte. Ein Fabrikant hat das Grundstück gekauft und dem Tennisclub geschenkt. In den 80er-Jahren wurde das bestehende Klubhaus gebaut. Der Bau bedarf nun einer Sanierung. Die Damengarderobe ist mit nur einer Dusche ausgerüstet, bei den Herren stehen deren zwei zur Verfügung.

Auch das Dach muss erneuert werden. Rolf Lüdi zeigt Pläne des Architekten. Die geplanten Sanierungsarbeiten kosten ungefähr 440000 Franken. Daran beteiligt sich der Verein mit 130000 Franken. Lüdi erwartet eine finanzielle Beteiligung der Stadt Grenchen. Der 56-Jährige weist darauf hin, dass der Tennisclub den Unterhalt von Platz und Klubhaus aus eigener Kasse bestreitet. Die Stadt beteiligt sich einzig mit jährlich 5000 Franken an der Juniorenförderung. Das vorliegende Projekt ist jedoch zu gross, um es vollumfänglich aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Bis zu 120 Essen am Tag

In der Küche ist das Wirtepaar emsig am Werk. Jeanine Keller und ihr Mann, Hans Gantenbein, bereiten an so einem Tag bis zu 120 Mahlzeiten zu. «Natürlich ist der Umsatz immer vom Wetter abhängig», gibt Gantenbein zu bedenken. Der St. Galler ist Mühlebauer, Metzger, Koch und Kaufmann. Seine Gattin stammt aus dem Jura, kennt die Gastronomie seit ihrer Kindheit und war kaufmännisch tätig.

Bereits in der zweiten Saison führen die beiden von April bis Oktober das Restaurant und sind beeindruckt vom aktiven Klubleben. An einem Nebentisch wird in englischer Sprache debattiert. «In Honolulu während des Studiums haben wir uns kennen gelernt», gibt Tinka Mihova bekannt. Die Bulgarin ist seither mit dem Grenchner Daniel Lüdi liiert. Er und der 18-jährige Junior Vullnet Tashi sind die Ausnahmeerscheinungen des Tennisclubs Grenchen und gehören zu den besten Tennisspielern der Schweiz.

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