Parktheater
Eine «mordsmässig liebreizende» Komödie

Mit der Komödie «Adieu und bis gleich» wurde am Dienstagabend in die neue Saison gestartet. In diesem Stück sind die Figuren «mordsmässig» liebreizend.

Nadine Schmid
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Das deutsche Tourneetheater Thespiskarren mit Anja Kruse (rechts) gastierte mit der Komödie «Adieu und bis gleich» auf der Parktheaterbühne.

Das deutsche Tourneetheater Thespiskarren mit Anja Kruse (rechts) gastierte mit der Komödie «Adieu und bis gleich» auf der Parktheaterbühne.

Da ist die lebensmüde Erfolgsautorin Barbara (Anja Kruse), die beim Verfassen ihres Abschiedsbriefs das Wörterbuch aufschlägt und Papier um Papier zerknüllt, weil sie ein Synonym für die «Liebe» sucht, und auch die «Welt» kommt ihr darin viel zu oft vor.

Da ist auch der seltsame Nachbar (René Toussaint), der sich in Barbara verliebt hat und immer wieder in die Wohnung platzt. Und da ist auch noch der Ehemann Jean Charles (Mark Kuhn), der seiner Geliebten (Andrea Frohn) erklärt, wie sie am Abend seine Gattin Barbara umbringen soll.

Die Geliebte, Gigi, klettert für diese Übung durchs Fenster in die Wohnung, in einem schicken blauen Kleid und Stöckelschuhen. Was sie noch nicht weiss: Barbara, die unter einer Schreibblockade leidet, wird in der geplanten Mordnacht zu ihrer Freundin werden. Denn eigentlich will sich die Autorin ja ohnehin das Leben nehmen, um noch mal auf der Titelseite der Medien zu erscheinen.

Die Boulevardkomödie «Adieu und bis gleich» bot dem Grenchner Publikum einen gelungenen Saisonauftakt. Regie führte Peter Lotschak, Anja Saafan war für die passenden Kostüme zuständig und Tom Grasshof für das Bühnenbild.

Das Stück von Autorin Isabelle Mergault parodiert so einiges, wie den Zustand und die Folgen eines langweilig gewordenen Ehelebens oder gar den Mord als solchen. Mit beissender Ironie, viel Wortwitz, abstrusen Momenten, einem actiongeladenen Inhalt, überzeichneten Figuren und überzeugendem Schauspiel wurde man als Zuschauer von der ersten Minute an mitgerissen.