Wie in Bettlach üblich richtete an der Bundesfeier beim Schützenhaus Gemeindepräsidentin Barbara Leibundgut selber Worte an die versammelte Festgemeinde.

Dabei packte Leibundgut ein heisses Eisen an, das in schöner Regelmässigkeit vor dem 1. August erhitzt und geschmiedet wird: der Text der Schweizer Nationalhymne, auch Schweizerpsalm genannt. Sie nahm den Ball der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft auf, welche die Gemeinden aufforderte, auch einmal den Text der von ihr lancierten neuen Nationalhymne (zur gleichen Melodie) zu singen. Während in Grenchen dieses Begehren ignoriert wurde, wagte Leibundgut das Experiment, d.h. es wurde zuerst die alte Version (1. Strophe) und dann die neue gesungen.

Gute Gründe

In ihrer Ansprache lieferte sie zuvor noch eine ganze Menge bedenkenswerter Argumente für die neue Version. Die gegenwärtige Version, welche laut Bundesrat übrigens auch erst seit 1961 die offizielle Nationalhymne ist, werde kaum verstanden, und viele könnten sich mit dem Text nicht identifizieren. «Unser Gesang in den letzten Jahren klang jedenfalls nicht besonders euphorisch und glich eher einem Trauergesang als einem Geburtstagslied.»
Den Kritikern, welche Gott in der neuen Hymne vermissen, hielt Leibundgut entgegen, dass das christliche Element gleich mit der ersten Zeile – «Weisses Kreuz auf rotem Grund» aufgenommen werde, das sehr wohl die Werte des Christentums repräsentiere. Diese werden im Text der Hymne auch noch konkretisiert: Gerechtigkeit, Frieden, Hilfe für die Schwachen sind Begriffe im neuen Text.

Gut angekommen

«Meine Gedanken wurden gut aufgenommen, und es hat gemäss meiner Einschätzung beim Singen auch besser geklungen als letztes Jahr», meinte Leibundgut gestern. Beeindruckt zeigte sie sich überdies auch über die Leistung der Feuerwerker vom Verein «Freunde des Feuerwerks». «Sie haben sich dieses Jahr selbst übertroffen und ein fast 25-minütiges Spektakel geboten, das alles Bisherige in den Schatten gestellt hat.» 

Das Höhenfeuer in Bettlach

Das Höhenfeuer in Bettlach