Die Werbeplakate der Fachhochschule Nordwestschweiz mit dem Motto «zusammen bilden» sind seit zwei Jahren in der Schweiz zu sehen. Noch in diesem Monat sollen sie neben dem gedruckten Papier auch auf Screens am Basler und Zürcher Bahnhof erscheinen. Wer bereits eines der Plakate gesehen hat, weiss: Immer drei Gesichter sind nebeneinander abgebildet.

Zwölf Studierende haben an der Kampagne der FHNW teilgenommen, jeder von ihnen repräsentiert eine der neun Fachhochschulen. Neben den Werbeplakaten wurde mit jedem Studierenden ein Video erstellt, in dem das eigene Studium vorgestellt wird. Damit soll denjenigen, die sich eine Ausbildung an einer Hochschule überlegen, ein Einblick in den entsprechenden Studiengang gegeben werden.

Unter den zwölf Repräsentanten ist auch die Grenchnerin Amelia Scicolone, welche die Musikhochschulen vertritt. Die Sopranistin hat 2013 ihre siebenjährigen Studien an der Hochschule für Musik in Basel mit dem Master of Arts musikalischer Performance abgeschlossen und dafür eine Auszeichnung erhalten. Dabei war es ihr wichtig, mehrere Bereiche der Musik kennen zu lernen.

Seit zwei Jahren arbeitet sie als Freischaffende; als lyrischer Koloratursopran hatte sie bisher mehrere Engagements, so als «Königin der Nacht» zu den Osterfestspielen 2013 am Festspielhaus Baden-Baden mit den Berliner Philharmonikern. Dazu unterrichtet sie Sologesang an den Musikschulen Grenchen und Lengnau. Im August wird sie für ein Jahr am Grand Théâtre in Genf ihre Festanstellung antreten.

Teilnahme nicht erwartet

Die Teilnahme für die Kampagne kam für Scicolone unerwartet. «Ich habe die Aushänge für die Kampagne gesehen, hatte aber nicht vor, mich zu bewerben», erklärte sie. Dies auch, weil sie sich damals in der Endphase ihres Studiums befand. «Mir war klar, dass ich die Schule bald verlassen würde, so hielt ich mich nicht für die passende Person der Kampagne.» Umso überraschender kam die E-Mail von Stephan Schmidt, dem Rektor der Musikakademie Basel, der sie bezüglich des Projektes anfragte.

So entschied Scicolone, sich anzumelden, und wurde ausgewählt. Im Video stellt sie ihr Abschlusskonzert vor. «Für den Master musikalischer Performance muss jeder Student für den Abschluss ein rund einstündiges Konzert einstudieren», erklärt die Grenchnerin. Man müsse Probelokale frühzeitig reservieren, die Werke und das Ensemble zusammenstellen und dann auf die Aufführung hin die Konzertstücke gemeinsam erarbeiten. Bei Scicolones Konzert haben rund fünfundzwanzig Personen mitgewirkt.

Ein zutreffendes Motto

Mit dem Motto «zusammen bilden» spricht die FHNW darauf an, dass ein Studium an ihren Schulen kein Alleingang bedeutet, sondern gemeinsam mit Studierenden und Dozenten erarbeitet wird. Für Scicolone eine absolut zutreffende Message: «Zu Dozenten baut man Vertrauen auf, sie sind wie Coaches. Die Studenten studieren Projekte gemeinsam ein oder lesen sich gegenseitig schriftliche Arbeiten durch», beschreibt sie. Gerade in der Musik habe sie die Erfahrung gemacht, dass es ein Gemeinsam ist. «Ganz wichtig sind das Vertrauen und die Offenheit, die es braucht, um sich richtig entfalten zu können.»