Die Grenchner Gartenbauhandels- und -planungsunternehmung SOL AG hat sich in den letzten Jahren auf den Verkauf spezieller Festkies-Bodenbeläge spezialisiert. Wie Geschäftsinhaber Ruedi Spielmann erklärt, zeichnen sich diese Beläge durch ihre hohe Beständigkeit, die Wasserdurchlässigkeit, den pflegeleichten Unterhalt und durch ihre Umweltverträglichkeit besonders aus.

Jetzt hat die Grenchner Firma einen prestigeträchtigen Auftrag an der Zürcher Bahnhofstrasse an Land gezogen: Im Lauf der dortigen Umbauarbeiten mussten auch die Baumscheibenabdeckungen um die dort stehenden Bäume ersetzt werden. Man suchte nach einer optimalen Lösung als die bisherigen Gitter und Metallroste. Spielmann konnte sein Produkt vorstellen: Baumscheiben aus einem Material, das den hohen Ansprüchen genügte und optisch auch etwas hergibt (siehe Kasten).

Zwei Jahre Evaluation

Die Zürcher Stadtbehörden stellten grosse Anforderungen an die neuen Baumscheiben. «Unser Produkt wurde zwei Jahre lang getestet», so Spielmann. Zuerst wurde ein Baum ausserhalb der Bahnhofstrasse mit einer Baumscheibe aus Stonefix-Festkies versehen. Bei einem weiteren Baum an der Bahnhofstrasse wurde ebenfalls versuchsweise die neue Abdeckung verbaut.

Die Abteilung Grün-Stadt-Zürich testete die Wasser- und Luftdurchlässigkeit, die Abteilung ERZ Entsorgung und Recycling Zürich testete, wie verträglich die Epoxi-Baumscheiben für die Kehrmaschinen sind. Der Test erfolgte unter anderem mit Schlamm und Sand. Für das Tiefbauamt der Stadt Zürich war bezüglich des Unterhalts von Interesse, ob eine kleine Epoxifläche herausgeschnitten und wieder neu eingebaut werden kann.

Nach einem längeren Evaluationsverfahren durch die verschiedenen Abteilungen der Stadt Zürich entschied man sich dafür, Stonefix-Festkies bei allen 50 Bäumen in der Bahnhofstrasse einzusetzen. «Ein wunderbarer Auftrag, auf den wir besonders stolz sind», betont Spielmann. Verbaut wurden die Baumscheiben durch die Firma Stehli W. AG aus Gossau, die Sol AG liefert das Know-how und das Material.

Diverse Kriterien waren wichtig

Für die Zürcher war wichtig, dass zum einen der Belag äusserst wasserdurchlässig ist. «Pro Quadratmeter können pro Sekunde rund 40 Liter versickern. Das heisst: keine Pfützen und optimale Bedingungen für eine rasche Bewässerung», erklärt Spielmann. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Erdbelägen, wo sich rasch Pfützen bilden, wenn der Boden gesättigt ist, kann das Wasser unter der Oberfläche ins Aufbaumaterial und das darunterliegende Erdreich abfliessen. So können die Bäume, insbesondere Jungpflanzen, schneller gegossen werden und bei Regen bleibt es sauber.

Zum anderen der Unterhalt: Da der Belag sogar einem Hochdruckreiniger widersteht, kann er problemlos auch mit herkömmlichen Kehrmaschinen gereinigt werden. Etwas, das bei den bisherigen Metallrosten und Gittern nicht möglich war, die Zigarettenkippen mussten von Hand rausgepuhlt werden.

Auch war den Stadtbehörden wichtig, dass der Belag zu 100 % rezyklierbar und umweltfreundlich ist, er entspricht der EU-Norm HQE (Haute Qualité Environement). Und nicht zuletzt mussten die neuen Baumscheiben an der teuersten Meile der Welt auch optisch etwas hergeben.

Öffentliche Hand: wenig Interesse

Zürich ist nicht der erste Ort, an dem die neuartigen Bodenbeläge zum Einsatz kommen: «Wir konnten erst kürzlich in Fully rund um ein Gemeindezentrum SOL-Epoxy-Belag verbauen, bei einem Kindergarten in Zimmerwald rund 380 Quadratmeter damit versehen und noch viele andere private Bauvorhaben ausführen».

Nur die öffentliche Hand in der Region tue sich noch schwer, sagt Spielmann. «Weder Grenchen oder Solothurn, noch Biel oder Bettlach zeigten bislang Interesse, obwohl – gerade im Bereich von Baumscheiben – eine Abdeckung mit Gittern oder Metallrosten rund 10 Mal mehr kostet.»

Das könnte sich nach dem Zürcher-Grossauftrag ändern, jedenfalls haben die neuartigen Baumscheiben bei Privaten schon das Interesse geweckt: «Vor kurzem sind zwei Paare bei uns erschienen, die an der Bahnhofstrasse einkaufen gingen und nun bei sich zu Hause im Garten SOL-Festkies-Beläge einbauen möchten.»

Für diesen Winter kann Spielmann im Tessin eine weitere Testfläche mit seinem Belag ausstatten. Verlaufen die Tests erfolgreich, steht bald ein nächster Grossauftrag bevor: Die Ausstattung einer berühmten Promenade mit den Grenchner Bodenbelägen.