Samstagnacht am Bahnhof Süd. Ein Hornklang ertönt und entlang einer Strecke von 600 Metern blinken orange Lichter auf. Sie warnen das Personal auf und neben der Baumaschine vor einem durchfahrenden Zug. Doch die Arbeiter sind auch sonst gut gesichert. Schon vor einigen Tagen wurde ein Metallgestell zwischen den Gleisen 1 und 2 montiert . «Das RailSafe dient der zusätzlichen Sicherheit», erklärt Claude Frund, Projektleiter bei SBB Infrastruktur in Biel. Dies, damit die Gleisarbeiter nicht ins Profil des gegenüberliegenden Gleises 1 geraten, wo weiterhin Züge verkehren.

Insgesamt etwa 30 Personen mit schwerem Gerät sind schon seit einigen Tagen, meistens nachts, damit beschäftigt, ein rund 600 Meter langes Stück Gleis entlang des Perrons 2 auszuwechseln. Dazu gehören auch neue Eichenschwellen und die Reinigung des Schotters.

1002 neue Eichenschwellen

«Die Arbeiten erfolgen primär nachts, weil da die Zugsdichte weniger gross ist und damit die Behinderungen für den Verkehr», erklärte SBB-Vertreter Alain Ziehli anlässlich einer Informationsveranstaltung für die Anwohner, welche die SBB in der Nacht auf Sonntag durchführte.

Gleiseinbau in Grenchen

Gleisbaumaschine im nächtlichen Einsatz in Grenchen

Etwa 25 Personen waren der Einladung der SBB zur nächtlichen Baustellenbesichtigung gefolgt. Was sie zu sehen bekamen, war eindrücklich: Ein rund 300 Meter langes Monstrum, bestehend aus Maschinen und Baumaterial bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 80 Metern in der Stunde dem Bahnhof entlang. Und lärmte nicht zu knapp. Dabei werden in einem Arbeitsgang der Schotter ausgebaggert, 1002 neue Eichenschwellen verlegt (von einem Roboter) und danach mit gereinigtem oder neuem Schotter fixiert.

Eine andere Maschine ähnlichen Kalibers hatte zuvor bereits das alte Gleis und die Schwellen ausgebaut. In einem nächsten Schritt wurde das neue Gleis auf die Schwellen montiert: 10 Stücke mit je 108 Meter Länge und zwei mit je 81 Meter Länge.

Dann ist aber noch längst nicht fertig. Die Schienen müssen genauer ausgerichtet und verschweisst werden; der Schotter wird in zwei weiteren Arbeitsgängen so verdichtet, dass das Gleis optimal fixiert ist. Dies erfolgt später, nachdem die ersten Züge - mit reduzierter Geschwindigkeit - die Strecke bereits befahren haben.

Laut Hans Bachmann von SBB Infrastruktur werden solche Baustellen rund ein Jahr im Voraus geplant. Vor Ort muss ein genauer Zeitplan eingehalten werden und grössere Pannen hätten sofort auch grössere Folgen für den Zugverkehr. Die Bauarbeiten dauern noch bis 10. Oktober.