Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass sich die Grenchner bei entsprechendem Programm auf den Marktplatz locken lassen, die zweite Ausgabe von «Rock am Märetplatz» hätte diesen locker erbracht.

Das Organisationskomitee um Präsident und Initiator Kurt «Moos» Gilomen (Music Center) hat sich dabei nicht auf den Lorbeeren der erfolgreichen Premiere ausgeruht, sondern mit einem Kunst-und Handwerkermarkt, einer zusätzlichen OK Bar (die Mittelalter-Bar samt Alemannischem Personal war ein echter Hingucker) und einer Kinderecke das Programm noch publikumsfreundlicher gestaltet. Das hat gefruchtet.

Trotz Hitze bevölkerten schon am frühen Nachmittag zahlreiche Besucher Grenchens Zentrum, begutachteten den Markt oder liessen sich kulinarisch-gastronomisch verwöhnen. Die mitorganisierenden Betriebe aus der Sparte (Baracoa, am Girardplatz, Krebs und Passage) lockten mit Drinks und Food von erfrischend-klassisch bis ausgefallen-exotisch.

Facettenreicher Mundart-Rock

Diverse Bands aus der näheren und weiteren Region, die einheimischen DJs Bonsai, Fetty und Horse (letzterer übertrug auch live auf radioblitz.ch), die unverwüstliche Musik der Froschzunft sowie Moderator Reini Seeberger machten die Benefizveranstaltung erst recht zum Spektakel. Deren Erlös geht an die therapeutisch betreute Wohngemeinschaft Jabahe in Leuzigen.

Den nicht einfachen Part als Opener übernahm «Bantiger». Herabgestiegen von ihrer namensgebenden, imposanten Erhebung meisterte die Gruppe die Herausforderung mit facettenreichem Mundart-Rock glänzend. Die Jabahe-Band reiste einmal mehr souverän und mit einem wohlfeilen Strauss an Liedern im Gepäck um die Welt und zeigte so, wie Musik und die Anerkennung durch das Publikum das Selbstwertgefühl (auch) von behinderten Menschen erheblich aufbauen kann.

Mit prächtigen Balladen und rumpelnden Songs unterhielten danach die Mundartrocker von Chornfisch bestens: «Lieder für Herz, Gemüt und manchmal die Leber» (Zitat der Band). Dutchmann Bluesband und Ghörsturz bestritten sodann mit stampfenden, rockenden und bluesigen Klängen das Vorabend-Programm.

«Blues Balls» punktet bei Publikum

Es war inzwischen knapp 20 Uhr und der Marktplatz proppenvoll, als der Initiator mit seiner Cornerband die Bühne betrat. Drei Leadstimmen und dreistimmige Chöre sind das Markenzeichen der Band und ergeben zusammen mit solidem Handwerk an den Instrumenten einen Sound, der vieles beinhalt, nur dass er eben nicht beliebig ist.

Ganz aus dem Häuschen geriet das Publikum dann beim abschliessenden Auftritt der Blues Balls. Die drei Profimusiker geniessen in der Szene eh schon den Ruf einer der heissesten Acts zu sein. Und wenn sie dann als Gastgeschenk gar noch den Hessigkofer Blues-Hexenmeister Phippu Gerber mitbringen, muss auf der Bühne ja der musikalische Teufel los sein.

Ein sichtlich entspannter Kurt Gilomen konnte so ein positives Fazit ziehen: «Unser Ziel, mindestens 2500 Leute anzulocken, haben wir erreicht. Und obwohl wir diesmal etwas mehr in Spesen für die Bands und in die Technik investiert haben, ist absehbar, dass wir der Institution Jabahe einen namhaften Beitrag werden überreichen können.» Einer dritten Ausgabe im nächsten Jahr dürfte also nichts im Wege stehen.