Bereits seit 38 Jahren bedient Wirth-Sport die Kundinnen und Kunden am Marktplatz. Während andere vergleichbare Sportfachgeschäfte in den Nachbarstädten die Segel streichen mussten, behaupten sich die Grenchner in einem umkämpften Markt weiterhin prächtig. Die Weichen für die Zukunft wurden Anfang 2016 gestellt, als Philipp Schluep das Zepter von Firmengründer Fritz Wirth übernahm. «Für mich ging ein Traum in Erfüllung, denn ich habe schon während meiner Schulzeit daran gedacht, eines Tages ein eigenes Geschäft zu führen», erklärt der 34-Jährige. Er ist gleichsam in diese Position hineingewachsen, hat er doch bereits die Lehre als Detailhandelsfachmann (2001– 2004) beim ehemaligen NLA-Fussballer (Grenchen und Basel) absolviert und sich danach zum Detailhandelsspezialisten weitergebildet.

Bei Intersport kennen gelernt

Philipp Schluep kann auf ein eingespieltes Team zählen, insbesondere auf die Erfahrung von Martin Krebs, der 1979 zusammen mit Fritz Wirth den ehemaligen «Leemann-Sport» übernommen und zu einem modernen, erfolgreichen Geschäft entwickelt hat. Die beiden hatten sich kennen gelernt, als sie bei Intersport arbeiteten und ein gewisser «Dölf» Ogi Generaldirektor war. Hatte er denn keine Ambitionen, selber die Geschicke des Unternehmens zu leiten? «Nein, das hätte auch keinen Sinn gemacht. In ein paar Jahren gehe auch ich in Pension, und so haben wir eine gute, zukunftsgerichtete Lösung gefunden», meint dazu Martin Krebs. Auch er betont den Teamgeist im Betrieb: «Wir sind eine eingespielte Truppe aus jüngeren und älteren Mitarbeitenden und kennen kaum Wechsel beim Personal. Das bemerken und schätzen unsere Kundinnen und Kunden.» Zur «Mannschaft Wirth-Sport» gehören, neben den bereits Erwähnten, Anita Flück, die ebenfalls seit Beginn mit von der Partie ist, Karin Faga (seit 1994), Philipp Röhrich (seit 2006) sowie Mike Hofmann, der letztes Jahr seine Lehre begonnen hat.

80 Prozent sind Stammkunden

Persönliche Beratung, Top-Qualität und das Setzen auf Swissness sind weitere Rezepte, um sich im Markt zu behaupten. «Bei uns ist der Kunde wirklich König. Wir leben von der Stammkundschaft, die rund 80 Prozent aller Kundinnen und Kunden ausmacht», erklärt Philipp Schluep. In der Kundenkartei befänden sich rund 10'000 Adressen, führt er weiter aus. Bei Schnupperstiften und Lehrlingen wird darauf geachtet, dass diese möglichst aus der treuen Kundschaft stammen. Dazu organisiert Wirth-Sport jährlich verschiedene Kundenanlässe. So geht es vom 2. bis 5. November nach Sölden zum Skitesten.

Produkte aus den Sparten Schneesport, Fussball, Tennis, Wandern, Running sowie Freizeitbekleidung machen den Hauptteil im Sortiment von zirka 17'000 Artikeln aus. Dazu ist das Sportfachgeschäft auch Ansprechpartner, wenn es um Bergsport, Fitness, Basketball, Schwimmen, Squash, Biken, Unihockey, Inlineskating, Tischtennis, Volleyball oder auch Eissportarten geht. «Wir beraten und verkaufen nur in Sportarten, in welchen sich mindestens eines unserer Teammitglieder auskennt», betont Philipp Schlup. Dafür biete man aber auch diverse Nischenprodukte an.

Internet ja, aber ...

Selbstverständlich betreibt Wirth-Sport eine Internetseite, und auch auf den sozialen Kanälen ist das Geschäft präsent. Dies sei aber vor allem eine Visitenkarte, die niemals die Nachhaltigkeit eines Gesprächs im Verkaufsladen ersetzen könne.

Zum Erfolgsrezept gehört weiter, dass man sich immer treu geblieben ist. «Auch wir wurden vor einiger Zeit dazu gedrängt, massiv zu vergrössern. Zum Glück haben wir dies nicht getan. Denn die meisten Mitbewerber, die diese Vorwärtsstrategie verfolgt haben, gibt es heute nicht mehr», führt Martin Krebs aus.

Zur Möglichkeit, per App in der Stadt eine Viertelstunde gratis parkieren zu können, meint Philipp Schluep: «Die Idee ist sicher nicht schlecht, für uns selber bringt sie aber eher wenig, denn Beratung und Gespräche dauern bei uns normalerweise eher länger.» Auch zum «Parkplatzproblem» hält er den Ball flach: «Andernorts ist es ja nicht besser. Ein paar Parkplätze zwischen dem ‹Wäldli› und dem Brunnen auf dem Marktplatz würden uns aber schon helfen.»