Flughafen Grenchen

Eine Cessna, die in Afrika Gutes tut: Unterstützung für Helfer im Südsudan

Die Organisation MAF präsentierte eine Cessna Grand Caravan auf dem Flughafen. Sie untertützt weltweit Hilfswerke bei Material- und Personentransporten.

Einmal auf dem Pilotensitz Platz nehmen. Eine Cessna Grand Caravan mit 14 Plätzen in Augenschein nehmen, die man sonst in Grenchen kaum sieht. Oder sich ein Bild davon machen, wohin das Geld geht, das man spendet. Gestern Nachmittag, gerade als es zu regnen aufhörte, trafen sich Erwachsene und Kinder aus unterschiedlichen Gründen auf dem Flughafen, wo der jüngste Flottenzuwachs der Mission Aviation Fellowship (MAF) Switzerland zum Auftakt einer Tournee über Schweizer Flugplätze Station machte.

«Wenn man anderen Menschen hilft, erfüllt man einen Zweck des eigenen Daseins.» Das sagte Daniel Dubouloz zum Auftakt der Präsentation über das christliche Hilfswerk im Theoriesaal der Flugschule. Er kümmert sich in der Schweizer Geschäftsstelle in Aarau um die Öffentlichkeitsarbeit. MAF unterstützt in erster Linie andere Hilfswerke, mit Flügen in den entlegensten Ecken der Erde in Form von Personen- und Materialtransporten. Dazu gehören Organisationen der UNO ebenso, wie zum Beispiel das Schweizer Hilfswerk Medair.

Flugpisten wieder zum Leben erwecken

Die Tätigkeit in 26 Ländern, vor allem in Afrika und Südamerika, aber auch in Australien zur medizinischen Versorgung von Aborigines-Gebieten, ist vielfältig: Ärzte-Safaris und Friedensmissionen pilotieren, Seminare zur Trauma-Bewältigung ermöglichen, aufgegebene Flugpisten wieder instand stellen, kranke Mitarbeitende von Hilfswerken evakuieren und vieles mehr.

Eine Cessna Caravan beim Flug in Afrika.

Eine Cessna Caravan beim Flug in Afrika.

Letztes Jahr wurden bei 58'000 Flügen 8,3 Millionen Kilometer zurückgelegt. «In Afrika bringt das Flugzeug die 50- bis 60-fache Zeitersparnis im Vergleich zum Transport auf der Strasse. Ausserdem sind viele Strassen in einem jämmerlichen Zustand und während der Regenzeit kaum befahrbar», so Dubouloz.

Mechaniker dringend gesucht

Die neunjährige Cessna ist in den USA gekauft und überholt worden. Nun ist sie von Dänemark via Niederlande auf dem Weg in den Südsudan, wo sie die Flotte von bisher fünf Flugzeugen erweitern wird. «Wir registrieren unsere Flugzeuge vor Ort. Weil das im Südsudan (noch) nicht möglich ist, wird die Cessna in Kenia registriert», erklärte Dubouloz im Anschluss an den Tätigkeitsbericht.

Auf die Frage nach offenen Stellen bei MAF, sagte er, dass die Organisation dringend Mechaniker brauche zur Wartung der Flugzeuge. Die Berufsgattung sei derzeit weltweit rar in der Fliegereibranche. «Wir schulen übrigens Mechaniker aus allen Fachrichtungen auf die Flugzeuge um», warb der MAF-Kommunikationsverantwortliche. «Wenn Sie also jemanden wissen, melden Sie sich bei uns.»

Anders als bei vielen Hilfswerke gibt es bei MAF kaum Möglichkeiten für Kurzeinsätze. Im Durchschnitt leisten die Piloten, Avioniker, Flugzeugmechaniker und Kommunikationsfachleute samt Familie – dies sind die häufigsten Berufsfelder – eine Dienstzeit von sieben Jahren, wie Dubouloz ausführte. Die Ausnahme von der Regel seien Informatiker, die im Rahmen des Zivildienstes punktuell im Einsatz stünden.

Interessante Arbeit für Piloten

Während eine Reihe von Kindern im Cockpit fürs Fotoalbum posierte, tauschten sich die Erwachsenen mit den anwesenden MAF-Mitarbeitenden über die weltweite Arbeit aus. Darunter befanden sich der neue Geschäftsleiter, Thomas Beyeler und sein Vorgänger, Hansjörg Leutwyler.

«Ich könnte es mir vorstellen, später einmal mit MAF zu fliegen», sagte David Märki. Er habe sein Flugbrevet vor zwei Jahren gemacht, erzählt der Niederbipper, der Informatik studiert. Die Cessna vor dem Hangar hatte er per Zufall entdeckt, weil er sich am Flughafen aufhielt. Denn abgesehen von den Medien, den Kirchgemeinden in der Region und den Spendern war das Hilfswerk mit der Information der Öffentlichkeit zurückhaltend gewesen.

Weitere Stationen auf der Tournee der Cessna Grand Caravan: Langenthal: Montag, 4. 11.; Birrfeld: Mittwoch, 6. 11, jeweils 15-17 Uhr. Im Fall von Schlechtwetter verschieben sich die Daten jeweils um einen Tag. Auskunft über die Durchführung gibt die Webseite: www.maf-swiss.org

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