Es war nicht seine letzte, aber zumindest seine zweitletzte und zudem noch die 70. Landsgemeinde der Solothurner Kantonalen Schwinger- und Nationalturner-Vereinigung , die der Obmann Eugen Wyss aus Wolfwil gestern um die neunte Morgenstunde in Günsberg im Rahmen des 51. Nachwuchsschwingertages eröffnen konnte. Seine Abschiedsvorstellung gibt das Eidgenössische Ehrenmitglied 2012 vor seiner Haustüre in Wolfwil, wo der nächste Generationenträff stattfindet.

Und dies darf heute schon verraten werden: Wenn es nach dem Willen seines Bekanntenkreises geht, wird der «Woufeler» nach seinem Karrierensprung zum Obmann der Eidgenössischen Schwinger-Veteranen-Vereinigung als höchster Schweizer Veteran die 71. Landsgemeinde «befehligen». Am 30. Oktober wird in Hergiswil NW der Nachfolger des Schattdorfers Sepp Arnold gewählt: in der Poleposition Eugen Wyss, «die Wahl ist lediglich Formsache», so die Insider.

Rückblick auf ein intensives Jahr

In Anwesenheit von Ständerat Rolf Büttiker sowie Gemeinderat Alex Affolter, der die Alte Garde im Unterleberberg willkommen hiess, blickte Eugen Wyss auf ein erneut ereignisreiches Jahr 2010 zurück, das im Zeichen des glanzvollen Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes in Frauenfeld, aber auch des Solothurner Kantonalfestes in Olten und schliesslich dem Nordwestschweizerischen Teilverbandsfestes in Grenchen stand.

Ein Jahr, das dem 115-jährigen Solothurner Kantonalverband nicht weniger als 44 Kränze bescherte und die für die bevorstehende Saison bestätigt werden müssen. Die erste Herausforderung stellt sich am nächsten Sonntag in Meltingen, wo im Rahmen des Solothurner Kantonal-Schwingfestes die erste Herausforderung wartet. Ein passendes Detail: Es war des Obmanns elfter Jahresbericht, der inhaltlich der Solothurner Zahl 11 alle Ehre machte. Die vom Säckelmeister Paul Naef aus Dulliken präsentierte Rechnung schloss mit Mehreinnahmen von insgesamt 1049 Franken ab, was die Obmannschaft veranlasste, den Jahresbeitrag auf den bereits bewährten fünf Franken zu belassen.

Walter Fankhauser gewählt

Im Hinblick auf das angekündigte Sesselrücken 2012 im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen wurde Walter Fankhauser vom SK Thal-Gäu in die Obmannschaft gewählt, der auch noch Hansjörg Spaar aus Meltingen als Schreiber sowie Fritz Jenni aus Zuchwil als Mutationsführer angehören. Die Veteranen gedachten in einer Schweigeminute den acht verstorbenen Kollegen, angeführt von Erhard Kocher, dem ehemaligen Obmann. In die Ehrung eingebunden wurde auch der Schwingerkönig von 1958 in Freiburg, der Walterswiler Max Widmer. Vom Schicksal hart getroffen wurden auch Adrian Wiget vom SK Mümliswil und dessen drei Kinder, die allzu früh ihr Mami verloren und denen zur Linderung der Not ein entsprechender Unterstützungsbeitrag zugesprochen wurde.

Höhepunkt der Landsgemeinde ist jeweils die Ehrung der 80-jährigen und älteren Kameraden, auf dem Podest zuoberst der anwesende 89-jährige Albert Maurer aus Solothurn. Musikalisch umrahmt wurde die Landsgemeinde durch Alissa und Marco mit dem Schwyzerörgeli von der Musikschule Buechibärg unter der Leitung von Ernst Rohrer aus Günsberg. Nach dem gesprochenen Wort boten 220 Nachwuchsschwinger Anschauungsunterricht und zeigten, wodurch sich die Theorie und die praktische Arbeit im Sägemehl unterscheiden.