In den letzten Tagen flatterten an der Holzbrücke in Büren rot-weisse Plastikbänder an jedem Geranienkistchen und so manch ein Passant fragte sich, was da wohl passiert sein möge. «Es handelt sich um ein Verbrechen der besonderen Art», sagt Tourismus Präsident Hermann Käser lachend. Die «Täter» sind Stockenten, die in den Kistchen nisten wollen.

Probleme am Ländti-Fest ...

Die Geranien werden seit Jahren – kaum sind sie frisch eingesetzt – Opfer von Vandalen-Akten. Vor allem während des Ländti-Festes wurden die Blumen immer wieder von Betrunkenen ausgerissen und danach in die Aare geworfen. «Wir setzen seit einem Jahr nun Berberitzen, die Dornen haben, zwischen die Geranien», sagt Käser. Seither sei das Problem weitgehend gelöst.

... und jetzt aus der Luft

Nun aber droht den Blumen ein Angriff aus der Luft. Die «Täter» sind Enten, die in den Kisten Nester bauen wollen. Erna Burri, die seit Jahren für die Geranien-Pflege auf der Brücke zuständig ist, staunte nicht schlecht, als sich letzte Woche zwei Enten in den Blumenkisten niederliessen und anfingen, Nestplätze auszugraben. «Kaum sind die Blumen etwas angewachsen, werden sie wieder zerstört», ärgert sie sich.

Das Problem mit den Enten ist neu. Noch nie bisher hatten Vögel versucht, in den Geranien zu nisten. Nachdem Erna Burri mit dem Aufhängen von Plastikbändern sofort versucht hatte, das Federvieh zu stoppen, wurde der Wildhüter Ueli Haussener aus dem Gebiet Berner Jura/Seeland zurate gezogen. Laut ihm seien die Enten in den letzten Jahren bei der Suche nach ihren Nistplätzen immer «frecher» geworden, damit sie sich unseren Begebenheiten anpassen könnten. Gute Nistplätze seien leider rar geworden.

Schaden wieder beheben

Die Enten graben sich einen Nistplatz. Nach 28 Tagen Brutzeit fliegen die Jungen aus. «Ein bis zwei Kistchen könnten wir den Vögeln ja noch zugestehen, was aber machen wir, wenn die ganze Brücke besiedelt wird?», fragt sich Erna Burri. Nachdem sie die Bänder aufgehängt hat, seien die Vögel weggeblieben und sie hofft nun, dass dies auch so bleibt.

Die abgebrochenen Blumen hat sie ins Wasser eingestellt, damit sie Wurzeln treiben und wiedereingesetzt werden können. Die rot-weissen Bänder wurden «aus ästhetischen Gründen» mittlerweile entfernt. «Am Ende kommt es mit unserer Blumenpracht schon wieder gut», ist Hermann Käser überzeugt.