Bettlach

Ein Tüftler mit breitem Kunst-Repertoire

Markus Leibundgut, Retrospektive zum 75. Geburtstag: Links des Künstlers das Bild «Gelbe Tulpe». (Foto: Hanspeter Bärtschi)

Markus Leibundgut, Retrospektive zum 75. Geburtstag: Links des Künstlers das Bild «Gelbe Tulpe». (Foto: Hanspeter Bärtschi)

Im Adamhaus in Bettlach sind Werke des Künstlers Markus Leibundgut zu sehen. Es ist gleichzeitig eine Retrospektive zum 75. Geburtstag des Bettlachers.

Ob er denn nun bald alles Mögliche ausgetestet und ausprobiert habe, wurde der Künstler von Claude Barbey (der Grenchner Baudirektor hielt die Vernissage-Ansprache) gefragt. «Bei Weitem nicht», lautete die lakonische Antwort von Markus Leibundgut. Dies zeigt auf, dass der Bettlacher noch immer ein «Tüfteler» ist, einer, der sich weiterentwickeln will. Dabei ist die Vielfalt der verwendeten Techniken bereits jetzt beeindruckend. Da stehen Acryl oder Ölbilder neben klassischen Holzschnitten, Reliefs folgen auf Pigmentdrucke. Mit Letzteren hat sich Markus Leibundgut mit 75 Jahren und ohne Komplexe an die Arbeit am Computer gewagt.

Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit

Stillstand ist nicht seine Sache. In seiner Arbeitsweise hat er sich stetig weiterentwickelt und weitergebildet. Zwar steht im Mittelpunkt seiner Arbeit noch immer die Natur. Begnügte er sich aber zu Beginn seiner Künstlerkarriere vor allem damit, diese einfach abzubilden, so ging er im Laufe der Zeit dazu über, zu abstrahieren, andere Ausdrucksformen zu ergründen.

Claude Barbey meinte dazu treffend: «Was sein Werk zusammenhält, ist die forschende und experimentierende Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit.» Bei seinem Arbeiten lässt sich der Künstler denn auch vom Entstehungsprozess leiten, gar verführen. «Wer nur mit dem Kopf arbeitet, an einer Konstruktion festhält, erzeugt keine Spannung», lautet sein Credo.

Eine Werkschau der Emotionen

Er wolle nicht schöne Bilder machen, sondern starke Bilder, erklärt Markus Leibundgut weiter. Dies gelingt ihm vor allem auch dank der Kraft der verwendeten Farben. Die Arbeiten lösten denn bei den zahlreichen Vernissage-Besuchern auch unterschiedlichste Emotionen aus. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Vorgabe auch umgesetzt werden konnte. Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang auch die Präsentation der Bilder im Adamhaus. Man setzt auf Qualität statt auf Quantität. Damit können die Arbeiten auch atmen, ihre volle Ausdruckskraft entwickeln.

Aus dem Hand- wurde ein Kunstwerk

Die Grundlage zu seiner künstlerischen Tätigkeit hat Markus Leibundgut bereits in seinen «zivilen» Berufen gelegt. Nach einer Ausbildung zum Stahlstich-Graveur erlangte er das Diplom HTL als Maschineningenieur. Er besuchte aber auch die Kunstgewerbeschule in Bern. So kommt es nicht überraschend, dass er sagt, er habe eigentlich immer gemalt und gezeichnet. Als er mit 61 Jahren in Pension ging, hat er seine künstlerische Tätigkeit intensiviert und an der Moosstrasse 31 in Grenchen ein neues Atelier bezogen.

Beharrliches Schaffen

Die Frucht seines kontinuierlichen Arbeitens ist nun also in «seinem» Dorf zu sehen. Als Lohn für sein Schaffen zeichnet sich ein schöner Verkaufserfolg ab. Und dies ist schliesslich auch nicht ganz unwesentlich. Insgesamt zeugt die Ausstellung von beharrlichem Schaffen, aber auch von einem Künstler, der nicht nur sein Handwerk beherrscht, sondern noch immer nach neuen Ausdrucksformen sucht.

Ausstellung im Adamhaus Bettlach. Öffnungszeiten: Mi, 19 bis 21 Uhr, Sa, 14 bis 17 Uhr, So, 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr. Bis 30.September. Der Künstler ist jeweils anwesend.

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