Grenchen/Bettlach

Ein Tag mit Uhrmacher Edgar Sutter

Nicolas Stucky in seinem Multimedia-Studio im Ebosa-Areal

Nicolas Stucky in seinem Multimedia-Studio im Ebosa-Areal

Der Bettlacher Nicolas Stucky hat einen Kurzfilm über Edgar Sutters Uhrenmanufaktur gedreht.

Der 27-jährige Jungunternehmer mit eigener Firma für Grafik und Mulimediadesign bildet sich zurzeit an der Schule «Studio1» in Wallisellen in den Bereichen Kamera, Videoschnitt und Filmgestaltung weiter. Eine Aufgabe des Lehrgangs war auch das drehen eines Kurzfilms über eine Person oder eine Firma.

«Weil ich teilweise auch im Informatikbereich arbeite, hat sich ein zufälliger Kontakt mit Edgar Sutter ergeben. Seine Arbeit als Uhrmacher hat mir imponiert und ich fragte ihn, ob ich einen Film über ihn drehen dürfe», erläutert Stucky, wie es zur Zusammenarbeit mit Edgar Sutter kam.

Die letzte Wecker-Manufaktur der Schweiz

Der Bettlacher Uhrmacher und Tüftler stellt seit Jahrzehnten in seiner Werkstatt hochwertige mechanische Uhren her, genauer gesagt Wecker. Er ist der letzte Manufaktur-Hersteller solcher Weckermodelle in der Schweiz. Die Wecker sind im Prinzip gleich aufgebaut wie Armbanduhren – nur grösser. Alle wesentlichen Teile stellt Sutter selber her.

Edgar Sutter mit einer aktuellen Kollektion

Edgar Sutter mit einer aktuellen Kollektion

Einige Tage hat Nicolas Stucky in Sutters Atelier an der Jurastrasse verbracht und hat Aufnahmen gemacht, wie Sutter Teile in Kleinserien produziert und damit einen Wecker seiner Marke «Looping» zusammenbaut. «Der Weckermacher - Seine Arbeit, sein Leben», heisst der gut sechseinhalbminütige Film, der auch auf Youtube einsehbar ist. Er beginnt – wie könnte es anders sein – mit dem Ticken und Läuten des Weckers.

Die Lebensgeschichte eines Uhrmachers

Beim Aufstehen und später bei der Arbeit im Atelier erzählt Edgar Sutter aus dem Off seine Lebensgeschichte und wie er Uhrmacher wurde und schliesslich Manufakturbesitzer. Unter Sutters geschickten Händen entsteht dabei eine weitere Uhr aus seiner Kollektion, wird auf der Zeitwaage getestet und eingeschalt. Sutter (78) berichtet im Film, wie die Firma, die er jetzt seit 38 Jahren betreibt, in zwei Jahren 100-jährig wird und dass er auf der Suche nach einem Nachfolger ist. «Ich habe mit der Looping gelebt und die Looping mit mir – aber irgendeinmal müssen wir alle gehen», sinniert er zum Ende des Films. Schlimmstenfalls lande halt sein Vermächtnis im Altmetall, was niemand hofft. «Man könnte ihm noch lange zuhören, wie er Geschichten und Anekdoten aus seinem Leben und aus der Uhrenindustrie erzählt», zeigt sich Nicolas Stucky beeindruckt. «Ein abendfüllender Film wäre kein Problem.» Zunächst darf der junge Cineast aber einmal Stolz sein auf seinen Kurzfilm, der Sutter und seine Arbeit gut und einfühlsam porträtiert.

Eine Spezialuhr zum 100-Jahre-Jubiläum

Dieser findet jedenfalls selber lobende Worte für das Resultat - auch wenn es einige Überzeugungsarbeit gebraucht habe, bis ihn jemand beim Aufstehen im Pyjama filmen konnte, schmunzelt Sutter. Der auch gleich sein nächstes Projekt Verrät: «Ein 100-Jahre-Jubiläumsmodell meines Weckers mit durchsichtigem Kristallgehäuse.»

Das Video Der Weckermacher - Seine Arbeit, sein Leben, findet sich hier.

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