Grenchen

Ein Preis und schon neue Ideen: «Mami» der Grenchner Jugend erhält den Anerkennungspreis

Freunde und Familie freuen sich mit Regula Lüthi.

Freunde und Familie freuen sich mit Regula Lüthi.

Regula Lüthi, die Trägerin des Anerkennungspreises 2020, hat sich die Attraktivierung der Marktgasse vorgenommen.

«Wenn ich heute am Lindenhaus vorbeigehe, freue ich mich jedes Mal über den erfolgreichen Betrieb. Ich bin stolz, dass es mir mit dem damaligen Team gelungen ist, das Jugendhaus aus den schwierigen Zeiten herauszuführen und auf Vordermann zu bringen.» Das sagt Regula Lüthi fünf Jahre nach der Pensionierung als Lindenhausleiterin. Für ihr vielfältiges soziales Engagement zeichnet die Stadt das «Mami» der Grenchner Jugend im Januar mit dem Anerkennungspreis aus.

«Ich habe mich sehr gefreut, als ich die Nachricht vom Preis bekommen habe, und meine Familie und Freunde freuen sich mit mir.» Regula Lüthi schaut lieber vorwärts als zurück. Damit und mit ihrer Fähigkeit loszulassen, erklärt sich ein Teil ihrer schier unerschöpflichen Energie für neue Ideen. Der andere Teil der Motivation fliesst aus ihrer sozialen Ader: «Ich habe gern Leute um mich herum und achte darauf, dass der Umgangston bei der Zusammenarbeit stimmt. Gegenseitiger Respekt ist dazu der Schlüssel.»

Aus dieser Mischung ergibt sich die beachtliche Liste ihrer Errungenschaften: Neben den zwölf Jahren Lindenhausleitung mit dem Konzept «Open House» ist besonders die Lancierung des Mittagstischs zu nennen. Vor dem Jugendhaus hatte sie dem Schülerhort bei der Freizeitgestaltung den Stempel aufgedrückt. Sie war Mitinitiantin des Sonntagsforums in der Musigbar und engagierte sich im Vorstand der Grenchner Kinderbilderbuchtage. Abgesehen davon war sie beim Kanton auf Kommissionsebene und kirchlich in Jugendfragen tätig.

Ihr Herz schlägt für das Stadtzentrum

Ausserdem leitet sie als Präsidentin seit fünf Jahren die Gemeinnützige Gesellschaft Grenchen, die im Stadtzentrum die Brocante betreibt. Somit ist der Anerkennungspreis für Regula Lüthi nicht nur eine Würdigung ihrer abgeschlossenen Engagements. Sie sieht darin auch eine Bestätigung ihrer aktuellen Projekte. Das Wichtigste: die Belebung der Marktstrasse.

Seit die Brocante am Grenchnerfest 2016 von der Bündengasse in die Marktstrasse gezügelt ist, überlegt sich Regula Lüthi, wie man «das schwarze Loch» – im Vergleich mit dem benachbarten Marktplatz – aufwerten kann. Der Umzug, passenderweise ins ehemalige «Blackout»-Lokal, sei «das Beste, was der Brocante geschehen konnte. Denn im Stadtzentrum haben wir Laufkundschaft. Nun wollen wir mithilfe der IG Marktstrasse dazu beitragen, dass hier eine attraktive Einkauf- und Wohnstrasse entsteht.»

Festliche Gestaltung als erster Schritt

Die Bemühungen zeigen erste Früchte. Erstmals gab es heuer an der Chürbisnacht Stände in der Marktstrasse. Zudem: Neun Bäume mit Weihnachtsbeleuchtung sollen im Advent für Feststimmung sorgen. Ein passender Rahmen für das Adventsfenster, das die Brocante am 5. Dezember präsentieren wird. «Die Stadt und die Wirtschaftsförderung unterstützen uns sehr», freut sich Regula Lüthi. Karin Heimann und Mike Brotschi von der Standortförderung hätten stets ein offenes Ohr für Ideen.

Tue Gutes, und zwar so viel wie möglich. Dieses Motto hat Regula Lüthi nicht nur über ihr Leben gesetzt, sondern auch über die Art, wie sie ihre Heimat sieht. «Ich bin gern Grenchnerin, seit mein Mann und ich vor 43 Jahren hergekommen sind. Die Stadt ist immer in Bewegung. Ständig entsteht hier etwas Neues. Dazu will ich meinen Beitrag leisten.»

Zeit im Lindenhaus wirkt nach

In der Information der Öffentlichkeit zur Preisverleihung schreibt die Stadt: «Regula Lüthi ist eine Person, die sich in ihrer Arbeit weit über das hinaus engagiert hat, was ein Pflichtenheft vorsehen kann.» Unzählige ehemalige Lindenhaus-Gäste danken ihr das Engagement bis heute. Sie sprechen «Regi» spontan in der Stadt an. Andere schicken ihr Hochzeits- oder Taufbilder.

«Mit vier einstigen Lindenhaus-Mädchen treffe ich mich regelmässig zum Abendessen», verrät Regula Lüthi. «Das sind jetzt gestandene Berufsfrauen und Mütter. Ich freue mich jedes Mal über diesen Austausch.» Zur Erholung geht sie ausserdem gern mit ihren Freundinnen am morgen früh walken in den Wald.

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