Granges Politiques
Ein nicht mehr zeitgemässes Dreiecksverhältnis

Reto Gasser
Reto Gasser
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Für viel Gesprächsstoff sorgt derzeit das Parktheater in Grenchen.

Für viel Gesprächsstoff sorgt derzeit das Parktheater in Grenchen.

Oliver Menge

Die Situation rund um das Parktheater sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff. Viele Gerüchte kursieren, weshalb es mir ein Anliegen ist, über die aktuellen Ereignisse zu berichten und gleichzeitig einen Ausblick zu geben. Aktuelle Eigentümerin der Liegenschaft an der Lindenstrasse ist seit je die Genossenschaft Parktheater. Seit Jahrzehnten ist jedoch die Genossenschaft auf die finanzielle Unterstützung der Stadt angewiesen oder einfacher ausgedrückt: Der Betrieb ist nicht selbsttragend.

Ohne diese Unterstützung wären die Tage der Genossenschaft längst gezählt. Es stehen sich derzeit also einerseits die Genossenschaft und die Pächterin, die Rodania Gastro AG, gegenüber. Andererseits ist auch die Stadt involviert. Meldet die Pächterin Bedürfnisse an, muss die Genossenschaft die Stadt um finanzielle Unterstützung anfragen. Dieses Dreiecksverhältnis ist nicht mehr zeitgemäss und sehr kompliziert. Es ist von zentraler Bedeutung, dass mit dieser einmaligen Liegenschaft, immerhin ein Wakkerpreis-Objekt, weiterhin ein Zentrum für die lokalen Vereine und kulturellen Veranstaltungen zur Verfügung steht.

Die Politik hat sich bereits vor ein paar Jahren auf ein Postulat der FDP (eingereicht von Hubert Bläsi) hinter das «Park» gestellt und entschieden, diese Liegenschaft mit Gastrobetrieb zu neuem Leben zu erwecken.

Mittlerweile wurde diese Forderung verwirklicht. Frischer Wind weht durch die historischen Räume. Damit dieser frische Wind aber nicht bald wieder abflaut, muss die Zukunft der Liegenschaft gesichert werden. Dies ist nur durch die Übertragung des Eigentums an die Stadt möglich. Nur so kann sichergestellt werden, dass das «Park» weiterhin ein gesellschaftlicher und kultureller Treffpunkt in Grenchen bleibt. Anlässlich der nächsten Generalversammlung der Genossenschaft soll der Beschluss zur Übertragung der Liegenschaft an die Stadt gefasst werden. Der Stadt entstehen dadurch gewisse Kosten, zum Beispiel für Küche, Heizung und Beleuchtung.

Bereits in der Vergangenheit kam die Stadt jeweils für die anstehenden Investitionen auf. Will man das Haus in gutem Zustand erhalten und zweckgemäss nutzen, kommt man um solche Investitionen nicht herum. Die Stadt wird mit der Pächterin eine Leistungsvereinbarung abschliessen, welche Rechte und Pflichten der Vertragsparteien genau umschreibt.

Selbstverständlich soll auch der Theaterbetrieb aufrechterhalten werden. Ob dazu eigens eine Kommission ins Leben gerufen oder die bereits bestehende Kulturkommission mit der Organisation des Theaters betraut wird, ist derzeit noch offen. Denkbar sind auch weitere Varianten. So wäre beispielsweise auch die Übertragung dieser Aufgabe an die Pächterin eine Option.

Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass sich dadurch für die Zukunft eine gute Lösung abzeichnet. Als Leiter der Task Force, welche zur Bereinigung der Strukturen rund um das «Park» von der Stadt ins Leben gerufen wurde, stehe ich bei Fragen gerne zur Verfügung.

* Reto Gasser, FDP Gemeinderat und Vizepräsident des Verwaltungsrats der Genossenschaft Parktheater.