Daniel Flury hat es spannend gemacht: Bereits mehrmals waren im Grenchner Tagblatt Teaser-Inserate geschaltet worden, «PIG – mehr Schwein für Grenchen». Was es mit den Inseraten auf sich hatte, wird heute aufgelöst. «PIG» steht für «Parteilos in Grenchen». Flury kandidiert als Parteiloser fürs Stadtpräsidium, er will sich keiner Parteilinie oder -ideologie beugen.

«Ich möchte den Grenchnerinnen und Grenchnern die Möglichkeit geben, tatsächlich wählen zu gehen und dabei eine bessere Auswahl zu haben», sagt der 52-jährige Chefredaktor der Kundenzeitschriften der WIR-Bank Genossenschaft. «Jetzt haben die Bürgerinnen und Bürger bloss die Wahl zwischen den beiden Blöcken, den der SP mit dem amtierenden Stadtpräsidenten Boris Banga, der bereits 22 Jahre im Amt ist und den der Bürgerlichen mit deren Kandidat François Scheidegger.» Dazwischen gebe es nichts. Das ist zu wenig für den Grenchner, der in der Uhrenstadt geboren ist und – abgesehen von wenigen Unterbrüchen – immer hier gewohnt hat. «Banga war lange genug im Amt und die Bürgerlichen haben mit einer Hauruck-Übung einen Kandidaten aufgestellt, der nicht allen Grenchnerinnen und Grenchnern passt. Sie haben es verpasst, einen Kandidaten wirklich aufzubauen. Darum möchte ich eine Alternative bieten.»

Umwelt und Mensch im Mittelpunkt

Der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Söhnen setzt sich für die Umwelt und den Einsatz von alternativer und erneuerbarer Energie ein, «aber einen Windpark, wie ihn die SWG auf dem Grenchenberg plant, darf es nicht geben. Das ist eine Verschandelung der Natur und nicht mehr die Hasenmatt, sondern der Windpark wäre mit den 165 Metern hohen Monstern der höchste Punkt im Kanton.»

Für Flury, der von 1994 bis 1999 Redaktionsleiter des Grenchner Tagblattes war, sind die Attraktivierung und Belebung der Innenstadt und die Ansiedlung neuer Firmen zentrale Themen in seinem Wahlkampf, den er ab heute lanciert. Er setzt sich ein für einen neuen, modernen Stadtpark auf dem Brachland nördlich der Post und südlich der Quartierstrasse.

Seine Chancen, gewählt zu werden, seien schwer abzuschätzen, meint Flury: «Auch Boris Banga hat gesagt, die Wahlen am 9. Juni seien Persönlichkeitswahlen. Deshalb wird der gewinnen, der die Leute am Besten überzeugen kann». Das Stadtpräsidium sieht Flury als ein Vollamt an, weshalb er auch nicht für den Gemeinderat kandidiert habe. «Dieses Vorgehen erachte ich persönlich als ehrlicher, als dasjenige der anderen Kandidaten. Denn ich bin überzeugt, dass weder der Eine noch der Andere gross Lust darauf hat, unter dem jeweils anderen als Gemeinderat zu politisieren.»

Er wolle einen überraschenden Wahlkampf führen. So auch mit seiner neuen Webseite www.p-i-g.ch.