Grenchen

Museum wiedereröffnet: In der «Schatztruhe» lässt sich die Stadtgeschichte erleben

Das Kultur-Historische Museum Grenchen an der Absyte wurde neugestaltet wiedereröffnet.

Die unumgängliche Erneuerung der Beleuchtung hat das Team des Kultur-Historischen Museum (KHM) zum Anlass genommen, die Ausstellungen neu zu gestalten. Rechtzeitig zum 20-Jahr-Jubiläum konnte das Gebäude an der «Absyte» mit seiner wechselvollen Geschichte dem Publikum im neuen Gewand präsentiert werden.

Der finanzielle wie arbeitsintensive Aufwand hat sich gelohnt. Die Besuchenden werden sich im Museum wohl fühlen. Hier lässt sich die Geschichte Grenchens trefflich erleben, Heimatgefühle stellen sich ein.

Stadtpräsident François Scheidegger ging in seiner Ansprache auf die Anfänge der Sammeltätigkeit in unserer Stadt ein, die bereits 1938 begonnen habe. Eine inventarisierte Sammlung war schon früh, dank der Museums-Gesellschaft, vorhanden.

Erst mit der Gründung der Stiftung «Museum Grenchen» 1984 wurde die Gründung eines lokalhistorischen Museums aber ernsthaft an die Hand genommen. Es war auch dann noch ein steiniger Weg, ehe 1999 das KHM im ehemaligen Rainschulhaus eingeweiht werden konnte.

«Der beharrliche Wille hat sich gelohnt», resümierte der Stadtpräsident. Er bezeichnete die letzten zwanzig Jahre als Erfolgsgeschichte. Grenchen habe ein engagiertes, innovatives und lebendiges Museum: «Denken wir an die vielen Begleitveranstaltungen, die lebendigen Vermittlungsangebote, den persönlichen Kontakt zu den Lehrkräften, den das Museum kultiviert, die Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche.»

Heidi Lüdi, Präsidentin des Museumsverbundes des Kantons Bern, betonte die Wichtigkeit lokaler musealer Institutionen. «Sie widerspiegeln die Seele der Region.» Gerade in Grenchen seien zahlreiche Ausstellungen realisiert worden, die wechselvolle und spannende Geschichten erzählten.

Bewährtes beibehalten, Konzept überarbeitet

Man habe das Bewährte beibehalten wie etwa das Museumscafé im Stil der 50-er Jahre im Erdgeschoss, daneben aber die Dauerausstellung und die Sonderausstellungen einem überarbeiteten Ausstellungskonzept unterzogen, erklärte Museumsleiterin Angela Kummer.

Beim Rundgang durch das Haus fällt einem schnell einmal auf, dass das Ganze geräumiger, grosszügiger wirkt. Auch sonst hat das Museumsteam ganze Arbeit geleistet. Die Dauerausstellung «Vom Bauerndorf zur Industriestadt» kommt jetzt noch publikumsfreundlicher daher.

Kurze, knackige Texte führen in das Thema ein. Daneben darf aber auch selber Hand angelegt werden, alle Sinne werden angesprochen.

Dasselbe gilt für die beiden Sonderausstellungen. Die eine widmet sich der Geschichte des Gebäudes, welches ja ursprünglich als erstes Grenchner Schulhaus erbaut wurde, daneben aber auch diverse andere Zwecke erfüllte.

Die andere zeigt ebenso anschaulich auf, welche Arbeiten in einem Museum verrichtet werden. Das KHM kümmert sich bekanntlich seit jeher intensiv um die Jungen und Jüngsten. Für sie wurde ein eigener Rundgang gestaltet.

Bewehrt mit einer Lupe können sie in bester Harry-Potter-Manier auf Entdeckungsreise gehen, geleitet vom Maskottchen «Tick-Tack».

Der Stadtpräsident bezeichnete das Museum als «Schatztruhe». Die Bevölkerung ist nun eingeladen, in ihr so richtig zu wühlen. Am Eröffnungstag auf jeden Fall wurde dies bereits ausgiebig getan.

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