Was schenkt man einem 70 Jährigen Ausgefallenes zum Geburtstag? Diese Frage stellte sich auch die Tochter von Hans-Adolf Schmutz und überraschte ihren Vater kurzerhand mit einem Tandemsprung.

Selbst bei «Skydive Grenchen» war man ab dem aussergewöhnlichen Geschenk überrascht. Denn dort erlebt man zwar vieles, aber einen Kunden, der es in diesem hohen Alter nochmals wissen will, bekommen auch die Experten nicht jeden Tag zu Gesicht.

Normalerweise hätten Menschen ab 60 schon das Gefühl zum alten Eisen zu gehören und würden deshalb sicher nicht noch aus einem Flugzeug springen, sagt René Glücki, Präsident von «Skydive Grenchen».

Der rüstige Rentner selbst sieht der ganzen Sache ziemlich gelassen entgegen und erklärt indes, dass es eigentlich schon immer ein heimlicher Wunsch gewesen sei einmal einen Fallschirmsprung zu absolvieren.

Bevor es aber losgehen kann, gibt es noch die obligaten Instruktionen vom Chef persönlich. Absprung, Freifall und Landung. Sicherheit geht vor und alles muss seine Richtigkeit haben, um Verletzungen vorzubeugen.

«Nervös bin ich kein bisschen»

Glücki erklärt auch, dass man das Vorhaben bis kurz vor dem Absprung immer noch abblasen kann, sollte man merken, dass es einem doch zu bunt wird. «Später wird es dann etwas schwieriger», witzelt der Präsident von Skydive Grenchen.

Einen Rückzieher zu machen, kommt für den zweifachen Grossvater aber nicht in die Tüte. «Wenn meine Tochter schon bezahlt, dann mache ich das auch!», sagt Schmutz bestimmt.

Aber ob der Tatsache, dass man bald aus 3800 Metern Höhe mit 200 Stundenkilometern in Richtung Erdboden fliegt, sollte einem doch langsam etwas mulmig werden? «Nein, nervös bin ich kein bisschen», versichert der gelernte Käser.

Angespannt sind mittlerweile hingegen die mitgereisten Familienmitglieder. Vor allem, wenn sie sehen mit was für einer Geschwindigkeit die Profis heransausen.

«Mega geil!»

Nun ist es endlich so weit. Alle Anweisungen sind gegeben, die Ausrüstung montiert und das Flugzeug startklar. «Runter kommt man immer irgendwie, jedenfalls ist noch nie einer oben geblieben», scherzt der Rentner noch kurz vor dem Abflug herum.

Kurz darauf ist die Maschine in den Wolken verschwunden. Jetzt heisst es abwarten. Rund 15 Minuten später sind die verschiedenfarbigen Punkte am Himmel auszumachen.

Glücki und Schmutz sind mit einem leuchtend orangen Fallschirm unterwegs, auf den alle Augen gerichtet sind. Nach einigen Minuten ist der ganze Spuk auch schon wieder vorbei und die frisch Gelandeten werden jubelnd empfangen.

Nun warten natürlich alle gespannt auf die erste Reaktion des Rentners und die lässt nicht lange auf sich warten: «Mega geil!», ruft Schmutz voller Euphorie. Er sei sich richtiggehend «gräuig» dies nicht schon vorher einmal ausprobiert zu haben.

Eins steht für den 70-Jährigen, der aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt, jedenfalls schon jetzt fest: « Das wird sicher nicht mein letzter Sprung gewesen sein.»