Banga

Ein Kräftemessen der polemischen Art

Eine Internet-Affäre, Mobbing-Vorwürfe und die Schlammschlacht um die Kinderbilderbuchtage - die Bangas waren das umstrittenste Paar des Jahrs 2010.

Nachdem im Februar ans Licht kam, dass auf grenchen.net anonyme, diffamierende Kommentare aus den Fingern von First Lady Barbara Banga veröffentlicht worden waren, stiegen die bürgerlichen Parteien auf die Barrikaden. Die Kommentare waren vom Computer des Stadtpräsidenten aus geschrieben worden, die Bürgerlichen stellten einen «Vertrauensverlust» fest. Im Zuge des ganzen Rummels gab Barbara Banga ihre Aufgaben bei der SP-Kantonalpartei und der Amteipartei Solothurn-Lebern ab.

Die SP und das Ehepaar Banga witterten aber ein Komplott, mit dem die SP-Regentschaft in Grenchen beendet werden soll. Gegen Paul-Georg Meister, Betreiber von grenchen.net, reichten Bangas wegen Ehrverletzung und Widerhandlungen gegen das Datenschutzgesetz Klage ein.

Die Bürgerlichen stellten die «Internet-Affäre» in eine Reihe mit weiteren angeblichen Entgleisungen des Stadtpräsidenten. Sie stellten Führungsprobleme in der Stadtverwaltung fest.

Im März drohten SVP, CVP und FDP, mit einer Motion eine Untersuchung gegen den Stadtpräsidenten zu verlangen. SVP-Mann Heinz Müller kämpfte an vorderster Front. Doch Banga kam seinen Gegnern zuvor, indem er gegen sich selbst eine Untersuchung einleitete. Er gab zu: «Ich habe sicher Fehler gemacht. Aber ich habe kein Mobbing betrieben.»

Streit um Kinderbilderbuchtage

Fast gleichzeitig nahm Barbara Banga überraschend als Präsidentin der Kinderbilderbuchtage Grenchen den Hut. Die Buchtage fielen aus. An der Generalversammlung des Trägervereins wurde beschlossen, diesen aufzulösen. Banga, die nicht anwesend war und sich übergangen fühlte, ging juristisch gegen die Auflösung vor. Die angegriffenen Vereinsfrauen wurden von Ex-Vizepräsident Paul-Georg Meister unterstützt. Nach wochenlangem Gezerre schliesslich gaben Bangas Ex-Kolleginnen auf. Barbara Banga erklärte, sie hoffe nun auf rasche Versöhnung und kündigte an, dass 2011 die Kinderbilderbuchtage wieder stattfinden werden.

Anfang November teilte die Gemeinderatskommission das Resultat des Untersuchungsberichts gegen Boris Banga mit. «Mobbing» wurde mit keinem Wort mehr erwähnt, allerdings wurden erhebliche Führungsmängel kommuniziert. Besonders auf grenchen.net wurde in der Folge heftig gegen Boris Banga geschossen.

Dann gerieten Auszüge des geheimen Berichts an die Öffentlichkeit, und es wurde klar, dass Mobbing doch nicht ausgeschlossen werden kann. An einer Medienkonferenz gaben die Experten zu verstehen, dass eine Disziplinaruntersuchung durchaus möglich bleibt. Gegen die Person, welche den Bericht den Medien zugespielt hatte, wurde Anzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung eingereicht. Die Mobbing-Untersuchung brachte Grenchen national und negativ in die Schlagzeilen. Die Untersuchungen laufen weiter.

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