Grenchen
Ein klingender Bilderbogen voller Eleganz

Am Matineekonzert schmolzen Blasmusik, Jodelgesang und Alphorn zum harmonischen Klangbild zusammen

KASPAR HAUPT
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Die Stadtmusik konzertierte und hatte dabei einige, zum Teil solistische Unterformationen zur Seite. khg

Die Stadtmusik konzertierte und hatte dabei einige, zum Teil solistische Unterformationen zur Seite. khg

Solothurner Zeitung

Mit Spielfreude und klaren Einsätzen bescherten die Akteure dem Zuhörer einen unvergessenen musikalischen Morgen durch die harmonische Vereinigung der verschiedenen Stilrichtungen. Durch das abwechslungsreiche Konzert führte Verena Weibel mit einleitenden Worten. Nicht mit Musik aus der Welt des Swing, sondern mit Rasse und Klasse setzte die Stadtmusik unter der Leitung von Bernhard Keller mit dem alten Grenchner Marsch «Vo Gränche bigott» von Walter Schild klangliche Impulse. Dass amerikanische Musik ein Faible des Dirigenten ist, weiss man. Doch wie aus dem Programm ersichtlich, hatte Bernhard Keller für den weiteren Verlauf der Matinee einen Grossteil der dargebotenen Melodien arrangiert.

Das Büchelchörli war dann sozusagen die Intrade für die volkstümlichen Klänge. Das Büchel, der kleine Verwandte des Alphorns, mit seinem strahlenden trompetenartigen Klang setzte mit der Komposition von Alois Gilli einen ersten Akzent. Die frühlingshaften Klängen der «Blueschfahrt» von Stefan Haldimann wurden für das Jodelquartett eine Uraufführung. Denn Anna Maria Scheuber, Sonja von Arx, Georg von Arx und Niklaus Rey sangen zum ersten Mal in dieser Formation zusammen. Subtil behauptete sich das Quartett, während sich die Stadtmusik als ein aufmerksamer Begleiter erwies.

Ein klingendes Tongemälde

Etwas Besonderes war dann Komposition «Bim Wahrere Chiuchli», von Gilbert Kolly. Nicht nur dass die Interpreten, die Alphorngruppe Röstigraben, zu den führenden Formationen ihrer Art zählt, auch fiel das Kirchlein einem Brandanschlag zum Opfer: Der Komponist Gilbert Kolly hatte für dessen Wiederaufbau ein herrlich klingendes Tongemälde geschaffen, dass die Stadtmusik und die Alphorngruppe Röschtigrabe zum markanten Höhepunkt werden liessen. Ebenso bravourös gelang Willi Valottis «Im Gewitter» vom Jodlerduett Anna Maria Scheuber und Sonja von Arx und der einfühlsamen Begleitung der Stadtmusik eine tolle Interpretation.

In Mario Bürkis Komposition «Swiss Ländler» zeigten neben der Stadtmusik auch die beiden Solistinnen, Lisbeth Becker und Annick Krähenbühl (Klarinette), dass man auch einen Ländler vollendet interpretieren kann. Subtil und voller Eleganz kam mit «Es bitzli Zyt» von Walter Stadelmann ein weiteres Jodellied zur Aufführung. Diesmal vorgetragen vom Terzett Anna Maria Scheuber sowie Sonja und Georg von Arx.

Ein wohl in allen Sparten der Volksmusik bewanderter Komponist und Dirigent ist zweifelsohne der Nidwaldner Emil Wallimann. 2009 wurde der Komponist mit dem goldenen Violinschlüssel ausgezeichnet. Eine Selbstverständlichkeit, dass auch die Stadtmusik Wallimanns «Im Kaffegädeli» aufführte. Zum markanten Schlussbild wurde der Fribourger Kuhreigen («Ranz des vaches»). Mit dem Emmentaler Marsch und der südböhmischen Polka beschloss die Stadtmusik ihr Matineekonzert. Es war ein subtiles, durchgestyltes Konzert mit präzisen Einsätzen, ausgereift in musikalischen Klangfarben und voller Eleganz. Vor allem war es die harmonische Vereinigung zwischen Blasmusik und Volksmusik.